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BANG - James Gang

Nicht das beste von ihm und der Band

Die James Gang (gegründet 1966 in Ohio) waren Anfang der 70‘ger Jahre in den USA und in England keine Unbekannten. Sie spielten im Vorprogramm von The WHO, Grand Funk Railroad, Kinks, Humble Pie, Three Dog Night, Led Zeppelin und andere Bands mehr. Ihre Blütezeit hatten sie mit dem Gitarristen und Sänger Joe Walsh. Dieser blieb von Januar 1968 bis Dezember 1971. Damals verließ er das Trio aus musikalischen Gründen. Aus dieser Zeit stammen die beiden Hits "Funk#49" und "Walk Away".

Jim Fox (Drums) und teilweise auch Dale Peters (Bass) machten dann mit anderen wechselnden Musikern weiter. Anfang 1973 saßen die beiden wieder ohne Gitarrist da und Tommy Bolin wurde ihnen durch Joe Walsh empfohlen. Bolin war zu jener Zeit schon bekannt und als Musiker geachtet.

Zusammen nahm man dann mit Tommy an der Gitarre, Dale am Bass, Jim an den Drums und dem Sänger Roy Kenner das mittlerweile sechste Album der Band im März 1973 auf. Die Tasteninstrumente teilten sich Fox (Piano) und Bolin (Syntheziser). Später trat Bolin im August ˋ73 der Band offiziell bei.

 

Bang beginnt gleich mit dem neuen Mann an der Gitarre. Hier hört man gleich seinen eindeutigen Stil heraus. Die ersten Stücke werden diktiert von seiner Gitarre. "Standing In The Rain" und "The Devil Is Singing Our Song" sind zwei richtig gute Rocker. Wobei beim letztgenannten schon eine kleine Priese Funk enthalten war. "Must Be Love" kann man die Mitwirkung von Bolin nicht absprechen.

 

Was vor allem hier schon auffällt ist die wirklich gut klingende Stimme des Herrn Kenner. Der Song ist flüssig und schlüssig gespielt. Es gibt eine kleine Priese  Rock‘n‘Roll und wieder auch etwas Funk. Einfach cool das Ganze. 

 

Bei "Alexis" darf Tommy sogar singen. Einer netten kleinen Ballade mit einem recht starken Gitarrenpart. Sicher ein Hinhörer, vor allem wenn man Bolanˋs Spiel bei Deep Purple betrachtet. Der Typ war da schon echt gut.

 

Die zweite Seite des Albums war deutlich schwächer weil irgendwie flacher. In "Ride The Wind" hört man auch Tasteninstrumente. Irgendwie vermisst man nichts und alles scheint zu stimmen. Aber es bleibt nicht im Gedanken hängen. Nur die Zeit vergeht. 

 

"Got No Time For Trouble" ist schnell verpufft. Das acapella gesungene "Rather Be Alone With You (Song For Dale)" überrascht und verblüfft. Es folgt kurz darauf wieder der mit gutem Schlagwerk eingeleitete Song "From Another Time". Wieder rockt es und die Abwechslung ist zurück. Was für ein Gitarren-Soli in der Mitte. Leider ist dieser Song viel zu kurz. Er würde sich gut das doppelte der Zeit gestalten lassen. Nach einem synthetischen Knall ist dann Schluss.

 

Das letzte und längste Stück des Albums beginnt sentimental. "Mystery" wirkt mit den Streichern und den gezupften Geigen einfach zu schnulzig. Wünschte man sich beim Titel davor die doppelte Zeit, ist es hier umgedreht. Warum man dieses Stück auf gute sechs Minuten aufblies weiß heute sicher niemand mehr. 

 

Alles ist letzten Endes Geschmacksache. Mir gefällt dieser Schluss nicht. Bedenkt man den damals schon außergewöhnlichen Tommy so versteht man das Ende der Scheibe noch viel wenigen. 

 

Das Album gehört sicher nicht zum Besten der James Gang. Auch kann sich, wenn überhaupt nur Bolin damit rühmen. Bedenkt man die Stimme des wirklich gut klingenden Kenner, so hört man hier ein wirklich gutes Rock-Album. Letztlich jedoch bleibt beim Hörer nicht viel hängen. Alles wirkt teilweise zu lasch - es ragt nicht heraus. Das ist schade, denn Höhepunkte gibt es am Beginn, in der Mitte und fast am Ende. 

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