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PERFECT STRANGERS - Deep Purple

Eine längst fällige Wiedervereinigung

Ian Gillan soll der treibende Keil gewesen sein. Eigentlich war es schon 1982 geplant aber es wurde erst 1984 realisiert. Alle Mitglieder waren noch mit den eigenen Projekten beschäftigt. Erst Ende 1983 gab es Gespräche. Ritchie hatte echt Bock und Jon Lord machte nun endlich Schluss mit dem „Vorruhestand“ bei der weißen Schlange. Was für eine Sensation!

Die lauteste Rockband war zurück und auch noch in der besten Besetzung. Das von Rodger Glover produzierte Album schlug ein wie eine Bombe. In mehreren Ländern fand man es bald auf den vorderen Plätzen. Es wurde golden und bald mit Platinehren überzogen. Das Geld vermehrte sich wahrscheinlich so zahlreich wie Trommelschläge von Ian Paice.

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So manche große Klassiker fanden hier den Weg zwischen die schmalen Rillen und damit in die Ewigkeit. Es beginnt mit "Knocking At Your Back Door". Entspannt startet man in das neuen Album nach so langer Zeit. So musste sich die Band anhören Ritchie schmettert ein schönes Solo hin und die Band bleibt ruhig. Diesen Song wird man später noch öfters live bestaunen können. 

 

"Under The Gun" steht dem Opener in nichts nach. Es pulsiert an jeder Ecke. Ein wenig lebendiger und auch rockiger geht es in die zweite Runde. Leider verschwindet die Gitarre in den Reglern. 

 

Auch "Nobody's Home" wird in der Folgezeit immer mal wieder Live zu Ehren kommen. Hier hört man zu ersten Mal Jon's Orgel brüllen. Ian singt hier fantastisch. Ein hübsches Stück Purple. 

 

"Mean Streak" ist ein wirklich toller Song. Er bleibt sofort in den Hirnwindungen haften. das Bein wippt und man möchte unwiderstehlich mitsingen. 

 

 Mit "Perfect Strangers" hören wir dann den Titelsong. Die Eröffnung der zweiten Seite ist ein Song, welcher bei kaum einen Liveauftritt mehr fehlen wird. Auch weit über die Zeit von Blackmore und Lord hinaus wird das Teil immer wieder auf der Bühne präsentiert. Das Riff ist weithin bekannt. Auf der Bühne ist das Teil immer ein Ereignis. 

 

"A Gypsy’s Kiss" ist wie geschaffen für's Live Portfolio der Band. Schade dass es zu so wenigen tatsächlichen Aufführungen kam. Eine tolle Rock-Nummer mit wirklich coolem Drive. Hier besticht das Zusammenspiel zwischen Ritchie und Jon. Es ist fast so als ob man live zuhört. 

 

"Wasted Sunset" ist hier wohl der schwächste Song auf dem Album. Eine Ballade wie wie wohl tausend Mal auch von anderen Bands gespielt wurde. Trotz der guten Präsentation nicht unbedingt mein Liebling. 

 

Mit dem wirklich mitreißenden "Hungry Daze" geht das Album dann zu ende. Auch dieser Song ist gelungen. HIer hat man wieder eine Melodie, welche haften bleibt. Ian schmachtet wirklich wunderschön. alles passt hervorragend und ist total stimmig. Auch Herr Paice darf hier einiges beitrage. Auch wenn der letzte Ton lägst vergangen ist erinnert man sich an das Stück. 

 

Auf der CD bzw der MC gab es noch den Bonustrack "Not Responsible". Auch ein prima Song, welcher es nicht auf Vinyl schaffte. Später führt Ian Gillan das Stück in seinem Solo-Programm mal auf. Schade, denn im Grunde ist es auch ein echter Purple-Song.

 

Bemerkenswert ist noch das Instrumental "Son Of Alerik". Es entstand während der Aufnahmesessions und zeigt wie entsannt sie Musiker dort waren. Sie ergänzten sich total. Total entspannt lässt man der Musik Zeit und Raum sich zu entfalten. 

 

Das ganze Album ist im Grunde ein Höhepunkt. Hier und da kracht es gewaltig und der gute Ritchie ringt am Hals seiner Gitarre als gäbe es kein Morgen. Jon Lord steht ihm in nichts nach. Darauf haben die Fans gewartet. Auch die langsamen Momente sind immer ein Grund gut hin zu hören. 

 

Ganz sicher konnte der Albumtitel nicht lauten. Wildfremde waren hier nicht am Werke, sondern tolle Musiker,welche sich und die anderen Beteiligten gut kannten und sich aufeinander abstimmten.  

 

Auf dem ganzen Album hört man den Spaß am Musizieren. Alle zusammen ergeben klanglich eine Erfahrung der Gemeinsamkeit in einer geschlossenen Band. Sie wird scheinbar beflügelt durch die neu wieder entdeckte Freundschaft. Leider hielt diese nicht allzu lange. Nach gut einem Jahr hielten schon wieder Zwietracht und Hohn Einzug in die Köpfe der Hauptakteure (Gillan und Blackmore).

 

Ein Album welches einfach in jede gut sortierte Plattensammlung gehört. Es zeigt hier den viel bejubelten Neustart einer Legende. Hier gibt es das zu hören was die Fans seit 1973 vermissten. Eine Band ist auferstanden und setzt zum Sprung in eine neue Zeit an.

Bildschirmfoto 2026-02-16 um 14.39_edite
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