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BAND OUT OF SHAPE - Rainbow

Kein wirklich gutes Album

Eigentlich sollte ja Deep Purple schon 1982 starten. Daraus wurde jedoch nichts. Gillan ging zu Black Sabbath, Paice unterstütze Gary Moore, Lord versteckte sich wieder bei Whitesnake. Glover und Blackmore hingegen vergnügten sich mit Rainbow erneut.

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Im Frühling und Sommer des Jahres 1983 traf man sich in den Sweet Silence Studios in Copenhagen. Innerhalb von sieben Wochen stellte man zehn neue Titel zusammen. Mit an Bord waren neben Joe Lynn Turner der Keyboarder David Rosenthal und der nun neue Drummer Chuck Burgi. Band Out Of Shape erschien am 24 August 1983.

Man wollte an den Erfolg von STRAIT BETWEEN The EYES anknüpfen. Das Album sollte nicht nur eine Lückenfüller bis zum Neustart von Deep Purple werden. Es zielte geschickt auf den so wichtigen US-Markt. Noch mehr wie die Alben davor kann die Band nun fast schon wie die üblichen Staatenrocker klingen. Glatt gebügelt und weichgespült. 

 

Mit "Stranded" beginnt das Unterfangen gleich wie eben angedroht. War das schon Pop oder noch Rockmusik? Als ich das Album zum ersten Mal hörte war ich entsetzt. Waren das Rainbow. Klar hörte ich Richies harten Anschlag und seine Ringen mit dem Tremolo-Hebel. Zu diesem Zeitpunkt war es in meiner Gunst schon gesunken. Abgesehen vom wirklich tollen Bass-Spiel hebt der Song nicht ab. Richies Gitarre versucht ja durchzustarten, bleibt jedoch irgendwie farblos. 

 

Fast schon progressiv startet "Can't Let You Go" dann als zweiter Titel. Man fühlt sich kurz in alte Zeiten versetzt. Ein schweres Orgel-Intro, mit klassischen Anklängen - das war cool. Diese Ballade zündete, nicht nur wegen dem hervorstechenden Gesang von Joe. Einfach stark mit dem Orgelteppich unterlegt hört man hier eine tolles Stück Musik. Leider viel zu kurz verschwindet der Song nach gut vier Minuten in den Reglern. 

 

"Fool for the Night" hingegen rockt wieder. Nicht das einem jetzt der Hut wegfliegt. Das war Wohlfühl-Rock. Die Beine wippen im Takt und ein hübsches Blackmore-Solo sorgt für Abwechslung. Kein Vergleich mit früheren starken Songs, jedoch nicht langweilig. Auch hier wäre eine längere Laufzeit des Titels sicher möglich gewesen und wohl auch angeraten. 

 

Fast schon mit einem guten Purple Song vergleichbar ist "Fire Dance". Mit diesem imposanten Riff kommt es toll in Schwung und feuert auf einem starken Bass-Drive die Gehörgänge hinunter. Dieser Titel hätte auch gut zu SLAVES AND MASTERS gepasst. Absolut cool und ein Höhepunkt. 

 

Mindestens ein Instrumental ist immer ein schönes Beiwerk eines Rainbow-Albums immer gewesen. "Anybody There" ist mit seinem Orgelbett ein wirklich schönes Stück Blackmore-Gitarre. Der Hörer richtet sich auf um die Scheibe vom Teller zu nehmen. 

 

Zwischen den Rillen fängt sich die Nadel erneut und das schön eingeleitete "Desperate Heart" beginnt. Melodiös wird es wieder flacher. Hier ist die beabsichtigte Richtung zum anderen Ende der Welt erkennbar. Es gibt eine Menge solcher flacher Titel, welche über den großen Teich nach Europa rüber sickern. Schnell sind die vier Minuten vergangen. Unweigerlich fragt man sich schon nach dem nächsten Song, wie verdammt die zweite Seite wohl mal begann. 

 

"Street of Dreams" ist fast schon eine echte Schnulze. Leicht schmalzig zieht sich der Song. Jedoch wird es nie peinlich oder der Hörer hat so nicht das Gefühl gelangweilt zu sein. Der gute Ritchie wußte wie das geht. Nebenbei wurde dieser Song auch als Single veröffentlicht.

 

Ein wenig zu brav kommt einem der Anfang des Umtrunkes mit dem Teufel schon vor, doch nach dem etwas müden Start geht es bei "Drinking with the Devil" noch gut ab. Hier waren wieder Rocker am Werk. Die Härte deutlich gebremst, aber trotz allen echt nicht schlecht. Ein weiterer Höhepunkt. 

 

Mit "Snowman" wird es fast zu entspannend. Synthesizer-Klänge führen einen in ein Traumreich. Man schließ die Augen und fragt sich unweigerlich sind das noch Rainbow oder hört man eine Relax-Scheibe für Yoga-Übungen. 

 

"Make Your Move" hingegen rockt wieder richtig. Zu Abschluss der Scheibe kann man noch einmal eine Rocknummer hören. Dieser Song ist auf dem Album eindeutig zu kurz geraten. Hier endet er schon nach 3,55 Minuten. Erst auf einer späteren remasterten CD-Fassung gibt es die volle Version. Diese ist gut anderthalb Minuten länger und zeigt ein schönes Gitarren-Solo. Ebenfalls Länger auf der CD ist auch "Desperate Heart". Hier gab es ganze 30 Sekunden mehr.

 

Was nun nach dem Hören des Albums zurück bleibt sind vor allem Zweifel. Man nimmt die Kopfhören ab und fragt sich welche Band man gerade gehört hat. Nicht dass es einem nun langweilig geworden wäre. Davon ist keine Rede. Nur verdammt noch mal blieb nicht viel im Kopf haften. 

 

Alles wirkt bisweilen nur auf Halbflamme geköchelt, immer wartet man auf die Explosionen und die Aha-Momente. Man wartete auf eine hart aufspielende Band. Eine Hard-Rock-Band halt. 

 

In Japan hielten Rainbow Mitte März mit großem Orchester Hof. Danach war auch schon fast das Ende erreicht. Die Band löste sich auf und Deep Purple starteten. Ab August schmiedeten Ian Gillan, Ritchie Blackmore, Jon Lord, Roger Glover und Ian Paice an PERFECT STRAINGERS. In dieser Form trafen sich Rainbow nie mehr. Joe Lynn Turner mischte nochmals bei Deep Purple am Album SLAVES AND MASTERS mit. Ritchie Blackmore’s Rainbow tauchte erst wieder 1995 auf. Nun gab es aber komplett andere Mitstreiter. Doch bis dahin galt es noch einen langen Weg zurück zu legen. 

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