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TITANIC - Birth Control

Nicht wirklich guter Durchschnitt

Bei der spärlich besuchten Tour zum Vorgängeralbum verunglückte der Wagen der Roadies in der Nähe von Lüneburg. Diese kleine Katastrophe führte dazu, dass die Band über sich und ihr Geschäft neu nachdachte. Im Jahr 1978 traten sie nur einmal live auf. Am 26. Februar standen sie in der Grugahalle in Essen im Rahmen des Brain-Festivals auf der Bühne.

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Bernd Noske zog sich ins Studio zurück. Er arbeitete an seinem Solo-Album "Come Out At Night". Er spielte alle Instrumente selbst. Nur Bruno Frenzel unterstützte ihm am Bass. Lediglich bei zwei Nummern finden Gastmusiker ihren Weg auf die Aufnahmen. Es fand jedoch keinen Widerhall und verkaufte sich schlecht.

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Im Mai, im Juni und im Juli fand sich die Truppe im “Studio am Dom” in Köln zusammen. Hier arbeitete man am neuen Album. Acht neue Songs entstanden, welche immer noch nicht zielsicher in härtere Gefilde blicken lässt. 

 

Beginnen wir mit dem Opener. "The Last Survivor" hat durchaus Druck. Die Band schiebt über einen Mörder-Bass das Stück nach vorn. Im Grunde funktioniert das Stück wirklich gut. Das Leben ist ungerecht und manchmal hilft keine Reue. Die Beine zucken im Takt und man spürt deutlich eine Lust die Regler ein gutes Stück aufzureißen. Das Teil kommt gut, jedoch kennen wir noch besseres. 

 

Funkig geht es in die nächste Runde. "Miss Davina" zieht sich ein wenig. Wieder driftet das Teil auf einem frechen Bass dahin. Zurück bleibt trotzdem nicht viel. Bernd Noske singt hier wirklich stark. 

 

"Seems Like It's Confusion" langt hier schon druckvoller zu. Nicht dass einem der Speed umhauen würde. Mit einem coolen Rhythmus geht es auf die Reise. Hier hat man wieder ein wenig das Gefühl von Härte. Herr Frenzel langt ganz anständig hin. Die Wechsel wirken unfertig und irgendwie improvisiert. Alles jedoch ist stark in Szene gesetzt. Leider wäre hier ein toll ausgestattetes Ende schöner. So geht es einfach in den Reglern unter. Das ist schade. 

 

Mit der Ballade "How Can I Live?" geht die erste Seite zu Ende. Wieder scheint es, als ob man sich in der Zeit ein wenig verrennt. Benötigt das Teil wirklich eine Lauflänge von fast sieben Minuten? Das längste Stück des Albums ist ein sentimentaler Blues. Mit einer wirklich guten Gitarre verschwindet das Stück am Ende ebenfalls im Mischpult.

 

Hat man den schwarzen Diskus erst gedreht stampft der Titelsong durch Membranen. Hier hören wir ein starkes Stück Musik. Eindrucksvoll wird hier den vielen Toten des Unterganges des wohl bekanntesten Schiffes gedacht. Hier wünscht man sich deutlich mehr Zeit zur Ausgestaltung des Songs. Wieder treibt ein unerhörter Bass das Teil. Neben dem tollen Gitarrenpart eine einfach klasse Begleitung. Leider findet die Band auch hier kein tolles Ende.

 

Gleich danach swingt es wieder. "Love Light" ist ein starker Kontrast zum Song davor. Nossi singt wieder nicht schlecht. Die Toneffekte durch die Keyboards zünden im Grunde nicht. Es wird im Verlaufe eher flach. Nichts bleibt hängen. Mitten im tollen Orgel-Solo verschwindet das Teil.

 

"Don't Turn Back" erhebt sich danach aus den Rillen. Gefühl wo das Ohr nur hinhört. Der langsame Titel findet jedoch erneut nicht den Weg ins Herz des Konsumenten. Die wirklich große Melodie fehlt leider.

 

Auf die Reise hin zum Ende des Albums begibt man sich mit dem tollen "Saturday Special". Eine wirklich stark intonierte Nummer mit einem wieder starken Bass-Drive. Das Teil lebt und man wünscht sich hier eine deutlich längere Laufzeit. Die fünfeinhalb Minuten sind zu schnell verstrichen. 

 

Das Album ist nicht das Beste der Band. Wie schon beim Werk zuvor besticht der Herr Stachelhaus mit fantastischen Beiträgen. Sie machen die doch manchmal einfach gehaltenen Songs zu unterhaltsamen Stücken. Die meisten Titel finden einfach kein sauberes Ende. Es wirkt deswegen auf mich unmotiviert. 

 

Begeisterung bei der Arbeit konnte man aus dem Gehörten wohl nicht heraushören. Deutlich erkennt man jedoch den Trend weg von der verkopften Musik hin zum eher klassischen Rock-Handwerk. Die durchaus funkigen und bluesigen Einstreuungen wirken auflockernd. Letztendlich verließ Zeus B. Held dann auch die Band und er arbeitete als Produzent weiter.

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