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INCREASE - Birth Control

Kein typisches Album, jedoch ein Blick nach vorn

Die Band sortierte sich nach dem letzten Studioalbum neu. Schon bei den Konzerten im Frühjahr zupfte Horst Stachelhaus am Bass. Dieser war zu dieser Zeit ein hoch geachteter Studiomusiker. Die Schießbude übernahm später Manfred “Manni” von Bohr (vormals bei der Band Massage beschäftigt). Bernd Noske mutierte zum vollwertigen Sänger. Live jedoch trommelte er natürlich mit.

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Im Juli und im August 1977 wurde im Lerchenhof (dem Band-Domizil) mit dem Delta-Studios Mobile das neue Album eingespielt. In der vertrauten Umgebung befassten sich die mittlerweile fünf Musiker wieder mit ihrer musikalischen Hinterlassenschaft.

Legte man das Album dann auf den Plattenteller beginnt es mit einem starken Song. "Skate-Board Sue" ist eine schicke Funk-Nummer. Hier fällt der neue Bassist gleich sehr positiv auf. Auf seinem Drive rutscht das Teil geschmeidig den Gehörgang hinunter. Als Start des Albums eine wirklich gelungene Nummer. 

 

"Domino's Hammock" begibt sich erneut mit einem Spitzen-Bass auf den Weg. Schwitzig geht es zur Sache. Es entsteht erneut ein guter Rhythmus. Die Beine wollen ab den ersten Sekunden mit wippen. Nicht eine Minute des Titels ist langweilig. Alles lebt und vibriert. Eine breite Spur hinterlässt diese jazzige Nummer.

 

Mit einem schweren Rockriff beginnt "Fight For You". Wieder wird der Hörer von der irren Intensität des Songs überrollt. Richtig schick das ganze und wieder ist man erstaunt über diese Band. Zum guten Ende hilft auch der Herr Frenzel mit einem schönen Beitrag mit. Leider findet die Band auch hier kein tolles Ende. Der Song geht einfach in den Reglern unter.

 

Fett brettert der Bass vom Herrn Stachelhaus aus den Membranen. Über diesen  breitet sich dann der Song aus. "Until The NIght" ist eine Ballade, welche sich durch die Band interessant vor dem Hörer ausgebreitet. Die Saxophone-Einstreuung von Zeus gibt dem Teil eine intensive Note. Wieder glänzt der Gitarrist. Jedoch wirkt das Teil eine Idee zu lang. Gleichwohl ist auch das eine starke Mucke.

Die zweite Seite des Albums beginnt mit dem lebendigen "Get Up!". Wieder eine starke Darbietung der Herren. Trotz des funkigen Rhythmus spielt hier eine tolle Band. Nicht gehetzt, sondern äußerst entspannt lauscht man hier dem Song. Immer wieder trägt das Bass-Spiel den Titel. Die Handtrommeln geben dem Ding noch einen cooleren Auftritt.

 

"We All Thought We Knew You" enttäuscht ein wenig. Man hat den Eindruck das Teil benötigt eindeutig zu viel Zeit um in die Gänge zu kommen. Immer wieder wartet man auf einem Höhepunkt. Die starke Arbeit an den verschiedensten Perkussionsinstrumenten und dem Hammer-Bass verdankt dieses Stück seinen Glanz. 

 

Noch eine Spur länger ist der letzte Song des Albums. "Seems My Bike's Riding Me" beginnt verhalten. Wieder hört man Nossi an verschiedenen Rasseln. Für Atmosphäre sorgen Keyboards. Schließlich denkt man Santana hat seine Gitarre im Studio vorbeigebracht. Breit und fett variiert der Klampfer auf dem Text vom trommelnden Sänger. Das Teil treibt sich an und rockt doch gewaltig los. Hier hört man die schwer dahin scheppernde Gitarre wieder. Sie lässt sich von der Druck-Hammond einfangen. Alles stoisch durch den Bass aufgefangen. Ein wirklich starkes Ende für das Album.

 

Hat man BACKDOOR POSSIBILITIS noch im Ohr hört man Ähnlichkeiten. Allerdings sind diese deutlich weniger ausgeprägt. Immer noch ein wenig verkopft stakt die Band auch hier über die Laufzeit der LP. Was jedoch sofort auffällt ist die bessere Orientierung an der DNA der Band. Findet sich auch nicht wirklich einen harten Geradeaus-Rock auf den beiden Seiten, so kann man jedoch den Melodienbögen wieder folgen. 

 

Die Musik ergreift einem wieder. Das verdanken die vier Mitmusiker ganz gewiss dem Herrn Stachelhaus. Sein belebendes Bass-Spiel ist einer der Schlüssel zum besseren Ergebnis. Natürlich klingt auch der Rest der Bande flüssig und dynamisch. Eine gute Veröffentlichung, auch wenn die Musik im Grunde noch ein Stück von dem entfernt scheint, was diese Gruppe einst zu Ruhm und Ehre brachte. 

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