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BACKDOOR POSSIBILITIES LIVE (TWO EGGS - TWO CONCERTS CD 1) - Birth Control

Ein echtes Zeitdokument

Das Jahr 1977 war nicht einfach. Das letzte Album wurde von den Fans schlecht angenommen. Die Show musste weitergehen. Wie üblich tourte die Band im Frühjahr. Mit dabei war schon Horst Stachelhaus am Bass (gekommen für Peter Föller). Am 01.05.1977 gastierte die Band in der Stadthalle Korbach. Dieser Auftritt wurde mitgeschnitten. Die Aufnahme blieb lange unbeachtet.

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Dem Label MIG aus Hannover ist es zu verdanken, dass wir uns heute den Auftritt in Ruhe anhören können. 2013 veröffentlichte das Label dieses Konzert mit einem von 1983 unter dem Titel TWO EGGS - TWO CONCERTS als Doppel-CD. Auf der ersten Scheibe finden wir die Dokumentation jenes Abends in Korbach.

Der Mitschnitt startet mit dem Titelsong des letzten Albums. "Backdoor Possibilities" ist kein einfacher Song. Das Teil wirkt hier live gespielt richtig stark. Es ist zwar immer noch sehr verkopft, jedoch gibt Bruno eine starke Leistung ab. 

 

Weiter geht es mit einem Song vom Album PLASTIC PEOPLE. Mit kleinen Windgeräuschen läuft "My Mind" an. Sehr relaxt driftet die Band cool durch das Stück. Eine starke Nummer entwickelt sich so. Gelassen lässt man es laufen. Zeus glänzt mit seinen Keyboards. 

 

"Behind The Grey Walls" stammt wieder vom aktuellen Album. Skeleton ist beim zu Tode betroffenen Mr. Shriver und dieser wartet in der Zelle auf das was kommt. Schick mit der Orgel eingeleitet breitet die Band das Teil auf der Bühne aus. Richtig warm wird man nicht mit dem Song. 

 

Das anschließende Keyboard-Solo leitet einfach toll in den nächsten Song über. Nachdem sich Zeus B Held ausgelebt hat startet "Meta-Ventilator". Dieses Stück wurde nie im Studio eingespielt, sondern nur live auf der Bühne wiedergegeben. Ein wirklich starker Titel. Manchmal merkt man dem Teil eine gewisse Schwerfälligkeit an. Das stört jedoch nicht. Das abschließende Bass-Solo vom neuen Bass-Bediener ist echt klasse und zeigt die Qualität des Musikers. Gute 22 Minuten tolle Live-Mucke von echten Profis vorgetragen. Hier lauscht man einer starken Band beim Spiel.

Das nur als Single veröffentlichte "Fall Down" breitet die Band gekonnt vor Publikum aus. Dabei wirkt sie quirlig und sehr lebendig. Es gibt jede Menge Action auf der Bühne.

 

Mit dem überlangen "The Work Is Done" endet die Aufnahme. Ganze 25 Minuten kann man sich als Konsument dem Kunstwerk ohne Unterbrechung hingeben. Es beginnt mit einem Gitarren-Solo. Bruno lässt die Saiten mit stimmlicher Begleitung fliegen. Danach hören wir Zeus auch nochmals am Saxophon. Schließlich beginnt das Drum-Solo von Nossi. Die Zeit vergeht einfach wie im Fluge und man wundert sich nach dem letzten Ton. Der Hörer fragt sich danach wieso nun nichts mehr folgt. Leider ist die Aufnahme hier zu Ende.

 

Das Konzert ist ganz sicher toll und wurde in einer Phase der Band festgehalten, in welcher diese Formation durchaus kritisch diskutiert wurde. Wie gut die Mitglieder hier zusammen aufspielten ist in jedem Ton zu hören. Live waren sie immer noch ein Maßstab. 

 

Ist die Musik auch teilweise schwerer zu fassen, so lassen doch alle Beteiligten die Fetzen gewaltig fliegen. Wir hören sicher keinen geradlinigen Rock. Es wirkt noch immer an manchen Stellen kompliziert und zu sehr verzwickt. Das auf der Bühne präsentierte Gesamtprodukt jedoch überzeugt schon. 

 

An diesem Abend spielt eine toll aufgelegte Band in bester Spiellaune. Dem Publikum gefällt es. Die Aufnahme ist bemerkenswert, da sie in den Zeitrahmen der Veröffentlichung des Konzeptalbums fällt. Titel dieser LP hört man später nicht mehr. 

 

Nur eine weitere Aufnahme zu diesem Abschnitt des Bandschaffens ist bekannt. Acht Monate vorher, am 24.09.1976, spielte die Band in Köln. Begrenzt verfügbar gibt es diesen Abend auf einem Tonträger mit dem Titel LIVE AT SARTORY SAAL COLOGNE. Bei einer der nachträglichen Veröffentlichungen von BACKDOOR POSSIBILITIES (2011 vom Label Boutique) findet man den Mitschnitt als Extra. Bei dieser Aufnahme steht das Konzept-Album noch mehr im Fokus der Live-Präsentation. Schließlich war die LP noch brandneu und niemand im Publikum hatte eine Ahnung was die Band bot. 

 

Schon im Juli und im August 1977 bastelte man im Lerchenhof am neuen Album. Für den nun ausschließlich singenden Bernd Noske trommelt dann auf INCREASE Manfred von Bohr. 

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