top of page

BÄNG LIVE (TWO EGGS - TWO CONCERTS CD 2) - Birth Control

Wahrhaftig, ehrlich und frei

Das neue Studio-Album musste promotet werden. Wie immer war die Band im Frühling des Folgejahres auf Tour. Am 24.03.1983 liefen in der Fabrik in Hamburg die Bänder mit.

image.png

Das Label MIG brachte diese Aufnahme 2013 in die Öffentlichkeit. Auf der zweiten CD des Doppels TWO EGS - TWO CONCERTS konnte man sich diesen Auftritt anhören.

Alles beginnt mit dem Protestsong von 1971. "The Work Is Done" drückt immer noch gewaltig. Gerade im Verbund mit dem zweiten Gitarristen. Stefan Linke kennt das Teil ziemlich gut. Schließlich gehörte er schon einmal zur Band. Die Gitarre und Gesang - ein großes Finale.

 

Mit einem Stück vom Vorgängeralbum geht es weiter. Bei "Don't Call Me Up" singen Bruno und Nossi. Das Stück lebt von der ersten Sekunde an. Der Boogie rollt und lässt die Bühne erbeben. Mit Backround-Gesang geht es in Vollen. Was hier durch die Boxen geschleust wird ist Birth Control pur. Wen es hier nicht mitreißt dem ist wohl nicht mehr zu helfen. 

 

"Nuclear Reactor" stammt vom aktuellen Album. Trocken steigt die Gitarre ein. Das Riff verheißt Gefahr. Mit einer Menge Druck führt uns die Band in das Teil. An diesem Beispiel erkennt man gut die einfache und doch zündfähige Struktur von Rockmusik. Mehr braucht es nicht um die Herzen der Zuhörer mit Freude zu füllen. Einfach eine starke Darbietung. 

 

Wir bleiben noch gute 30 Minuten bei dem aktuellen Werk. Mit verzerrter Mikrofonstimme starten wir in "Take Alarm". Brutal aufgefangen durch die Sechs-Saiter beginnt eine kleine Keyboard-Spaice-Einlage. Danach wird die Botschaft zweistimmig ins Volk gefeuert. Es beeindruckt natürlich wie relaxt die Nummer gefasst ist. Die Effekte nerven diesmal nicht im Geringsten. Sie bringen Spannung und Unterhaltung. 

 

Der Draufgänger "Greedy Eyes" passt gut dahinter. Die Melodie zündet von ersten Takt. Die Post geht ab. Das Teil wirkt kräftig und stark. Nach dem ersten Gesangspart zünden alle dynamisch durch. Vielleicht würde ich mir ein wenig mehr Länge hier schon wünschen.

Doch es ist nicht so tragisch. Mit "The Day Of Doom Is Coming" werden nun die Bretter von der Bühne gerissen. Fordernd steigt man in den Song. Der Untergang naht, Freunde flieht vor der Wucht des tödlichen Fluches! Nie war die Botschaft dringender und vor allem zeitloser. Nossi leitet das Fiasko ein, die Massen werden angefixt. Wenn die Welt so untergeht, dann hoffe ich dieses Teil in dieser Überlänge zu hören. Andere Bands würden sich mit den Gitarren überschlagen, sie würden mit Lautstärke das Ende einleiten. Bei dieser Band ist alles anders. Das liebe Freunde zeichnet sie aus!

 

Mit dem letzten Song von der aktuellen Studio-Scheibe endet auch der Ausflug ins Jahr 1982. Die Power-Ballade "The King Of An Island" bringt Ruhe ins Geschehen auf der Bühne. Besinnlich darf man lauschen und sich freuen auf das was kommt. 

 

Drei Jahre ist es her, da stand Count On Dracula in den Plattenläden. Von diesem Album stammt "Pick On Me". Wieder vernimmt man eine tolle Mucke. Das Stück ist einfach der Hammer. Spiellaune pur, egal wo man hinhört. Nossi klingt mit einfach starken Backround-Gesang echt stark. Man hat sofort das Gefühl mitten im Stück zu sein. Das Drum-Solo intensiviert dieses direkte Gefühl. Wie nicht anders gewohnt liefert der “deutschen Ginger Baker” voll ab.

 

Es folgt das nie in Vergessenheit geratene "Gamma Ray". Tückisch es hat sich ins Herz geschlichen und verbleibt dort für alle Zeiten. Es als letztes und längstes Stück des Abends ans Publikum weiterzuleiten macht Sinn. Einfach über die Gitarren steigt man ein. Ich habe das Ding schon tausendmal gehört, jedes Mal nimmt mich der Rhythmus mit. Auch wenn das Orgelspiel vom Herrn Klein seltsam klingt und der Song hier mehr der Bandvorstellung dient. Es wird gejammt was das Zeug hält. Das Ende ist so brutal wie bekannt. 

 

Zum Abschied wird noch ein Medley durch die Boxen gedrückt. Es beginnt mit "Get Down To Your Fate". Weiter geht es dann mit dem einstigen Titelsong des Albums von 1972. Nach "Hoodoo Man" werden die vor der Bühne stehenden Zuhörer mit "Stop Little Lady" in den Abend entlassen. 

 

Wir erleben hier ein gutes Konzert. Hört man genauer hin, so meint man kleine Geschwindigkeitsprobleme zu erkennen. Ab und zu leiert es ein wenig. Auch finden mal kurze fehlinterpretierte Gitarrenanschläge ihren Weg durch die Boxen. Nicht alles gelingt. So ist halt eine gute Live-Mucke gestrickt - ehrlich und frei. 

Bildschirmfoto 2026-06-06 um 21.55_edite
Bildschirmfoto 2026-06-06 um 21.54_edite
... rückwärts
bottom of page