top of page

THOSE ABOUT TO DIE SALUTE YOU - Colosseum

Die Todgeweihten grüßen dich

Der Schlagzeuger Jon Hiseman und Dick Heckstall-Smith (Saxophonist) spielten bei Graham Bond zusammen. Eine eigene Band sollte entstehen.

image.png

Dave Greenslade und Jon kannten sich aus Schulzeiten. Ähnlich verhielt es sich mit dem Bass-Mann Tony Reeves. Zusammen suchten sie nach einem Gitarristen. Nach diversen Vorstellungen bekam James Litherland den Zuspruch. Er übernahm auch den Gesang. Die zweite Gitarre ging an den noch unbekannten Jim Roche. Jedoch blieb er nur einige Monate. Tatsächlich kann sein Einfluss durchaus vernachlässigt werden. Im Winter 1968/1969 ging es ins Studio. Zusammen spielte man sich ein und heraus kamen acht richtig gute Songs.

Das im März 1969 erschienene Album startet mit dem ehemaligen Graham Bond-Song "Walking In The Park". Er hört sich fast identisch an ist aber gut 50 Sekunden länger. Auch wirkt er druckvoller und der Gesang von Litherland ist echt schön. 

 

Weiter geht es dann mit "Penty Hard Luck". Wunderschön leicht driftet man mit den Drums ins Stück. Dick Heckstall-Smith spielt sich ein und das Teil drückt sich ins Gehör. Keine Minute wird es langweilig. Ein wirklich cooles Stück Musik mit einem tollem Saxophon. Leider verschwindet es in den Reglern.

 

"Mandarin" beginnt leicht fern-östlich. Nach dem Intro jedoch leitet ein Bass-Solo in den zweiten Teil des Songs hinüber. Wo bitte hört man heute ein solches Spiel bei aktuellen Bands? Zugegeben nichts für jedermann, jedoch auch wieder stark umgesetzt. Dann greift die Gitarre das Motto auf. Zum Ende gibt es ein kurzes Band-Outro.

 

"Debut" ist im Grunde der erste echte im Studio entstandene Titel der Band. Hier täuscht der Titel nicht und ist bekennende Aussage. In seiner Art ein Meilenstein vereint er doch alles was die Band auszeichnete. Irre gutes Schlagwerk mit fantastischen Mit-Musikanten. Allen voran natürlich Dick. Auch der stramme Orgelteppich vom Herrn Greenslade gehört unweigerlich zum Erscheinungsbild der Band. 

 

Als dritten instrumentalen Titel darf sich der geneigte Hörer den Melodien von "Beware The Eden Of March" hingeben. Zerbrechlich und doch fordernd startet so die zweite Seite des Albums. Fordernd treibt es nach vorn und startet schließlich mit der Gitarre durch. Große Musik von freien Geistern. Nicht eingesperrt von allzu engen Genre-Grenzen. Es geht unter wie einst Cesar unter den Messerstichen seiner Senatoren. 

 

"The Road She Walked Before" ist wieder ein leichter Jazzer. Er passt gut hinter die Nummer zuvor. Mit zweieinhalb Minuten zu kurz. 

 

Der Blues gehört ebenso zu den Musikrichtungen der vielseitigen Band. "Blackwater Blues" ist ein einprägsamer Titel, welcher dem Genre mehr als gerecht wird. Schwer und unheimlich schön zieht sich der Song und breitet sich immer weiter aus, je mehr Zeit vergeht. Keine Sekunde zu kurz und über die ganze Laufzeit nicht langweilig. Der Hörer folgt dem Melodienlauf, wiegt mit dem Kopf und wartet auf das was kommt. So muss Musik sein!

 

"Those About To Die Salute You" ist der Titel-Song des Albums an sich und auch schon das Ende des Meisterwerkes. Beeindruckend wie man sofort mit einer geballten Orgel-/Schlagzeugsalve in den Song gezogen wird. Noch einmal spürt man die Urgewalt der Instrumente. Nicht sonderlich hart; nein dynamisch und abwechslungsreich. Ein Gruß zum Abschluss und ein Hoffnungsschimmer auf mehr Material von der Band selbst.

 

Die Musik ist zu ende und gebannt von dem Gehörten ist man noch gefangen vom Eindruck, den das alles erzeugt hat. Ein wirklich großes Album ist hier in die schwarzen Rillen gepresst wurden. Kein Allerwellts-Kram sondern feiner Stoff, sauber zusammengehalten von feinen Nähten. Etwas Besonderes, das Grenzen überschreitet, neue Welten erkundet. Etwas zwischen Rock und Jazz. 

 

Das Album wurde in den USA erst im Juli des Jahres veröffentlicht und mit anderen Titeln. Die Band wechselte nach dem Album das Label. In den Ausgaben für die USA und für Canada hörte der Käufer schon Stücke vom zweiten Album der Band. In der 2004 überarbeiteten Version steckt neben einigen anderen Songs (Promo-Material etc.) auch ein kleines weiteres Meisterwerk in Form eines neunten Studio-Songs aus der Aufnahme-Session. 

 

Wenn man den Namen des Titel liest erwartet man eine Schnulze. "I Can't Life Without You" ist das mit Nichten. Ein sprudelnder Song voller Lebensfreude und Optimismus erwartet einem statt dessen. Wieder einmal bleibt man beeindruckt zurück.

 

Dieses Album ist eine immer wieder heran zu ziehende Referenz für wirklich gut gelungene Musik. Eine Messlatte an welche sich die Band selbst und auch andere Formationen messen lassen müssen. Die Band schaffte das mit dem im November 1969 erschienenen zweiten Album problemlos. Doch die "Valentyne Suite" ist ein Thema für später.

Bildschirmfoto 2026-05-24 um 22.50_edite
Bildschirmfoto 2026-05-24 um 22.51_edite
... rückwärts
bottom of page