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BOSTON 1981 - Rainbow

In der Kürze liegt die Würze?

Anfang Februar kam das neue Album in die Läden. Mit DIFFICULT TO CURE ging Rainbow auf Welttourne. Am 20.02.1981 startete man im Peppermint Beach Club in Virginia Beach (USA) bis Mitte Mai spielte sich die Band durch die Vereinigten Staaten und Canada.

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Leider fand man sich als Band immer noch nicht in der vordersten Reihe der Konzertveranstalter des nordamerikanischen Kontinentes. Seit 1975 quälte sich der einst große Hallen füllende Supergitarrist mit einstündigen Einsteiger-Jobs herum. Freilich über die Jahre besserte es sich. An allen anderen Orten des Blauen Planeten war Rainbow der abendfüllende Super-Gig.

Am 07. Mai 1981 spielte die Band dann auch im Verbund mit zwei anderen Gruppen im Orpheum Theatre (Boston). Der in wirklich tollem Ton festgehaltene Auftritt dauerte auch aus diesem Grunde nur gut ein Stunde.

 

Nach der üblichen Eröffnung startet "Spotlight Kid" sehr dynamisch durch. Man spürt förmlich den Wunsch das Publikum von der ersten Minute an mitzureißen. Ritchie ist an diesem Abend toll drauf. Er reißt gewaltig an den quer zur Längsachse ausgerichteten Gitarrensaiten. Alles hört sich fantastisch an. Nicht zu vergessen die vollen Töne der Mitstreiter. Die Bass-Spur von Roger ist einfach fantastisch. Auch Don darf man hier nicht unterschlagen. Ein Opener wie er nicht besser sein könnte. 

 

Wurde mit dem ersten Song ein Titel vom aktuellen Werk wiedergegeben, so erinnert "Love's No Friend" an das Album davor. Dass Joe singen kann wissen wir. Hier klingt er toll. Sein Vorgänger gestattete dem Teil eine Spur mehr Gefühl. Die Auskleidung ist jedoch durchaus ansprechend. Erneut erleben wir eine spektakuläre Session hin zum Ende.

 

"I Surrender" hingegen (mit kurzer Einleitung) gehört dieser Formation. Vom zu bewerbenden Werk stammend; hören wir hier den Sänger in wirklich beachtenswerter Form. Man merkt es ihm an, dass es ihm liegt so zu singen. Er herrscht auf der Bühne. 

 

"Man On The Silver Mountain" ist ein Dauerbrenner. Es darf nicht fehlen. Es ist Band-DNA. Wenn man die Fassungen seiner Gesangs-Vorgänger in den Hintergrund rückt präsentiert sich der Herr Turner anständig. Allerdings schrumpft hier das einst meisterlich in die Länge gezogene Stück hier zu einem kleinen Rückblick in die Vergangenheit. 

 

Auch die Erschaffung von "Catch The Rainbow" liegt schon längere Zeit zurück. Gewohnt langsam schleppt sich das Teil über die Zeit. Wie gewohnt regiert hier der Griffbrettbediener. Nicht so hingebungsvoll wie gewöhnlich gleitet er in den Song. Alles beginnt sehr gestrafft. Joe singt das Teil ein wenig wie ein Musical. Es wirkt jedoch angenehm und nicht so deplatziert. Schließlich atmet das Teil auch gehörig Epos. Das längste Stück der Aufnahme gefällt wegen seiner gebremsten Straffheit. Ritchie‘s Liebe zum Teil kommt gut zum Ausdruck. So richtig verspielt ist der Meister jedoch nicht. Es gibt zauberhafte Momente in jeder Interpretation. Manche Tage nehmen diese Überhand. An anderen Abend sind sie seltener. So ist das Leben halt. Blackmore ist auch an jenem Abend ganz sicher einer der Besten seiner Zeit. 

 

Ebenfalls von DIFFICULT TO CURE stammt "Can't Happen Here". Wieder hören wir einen schon wirklich überzeugenden Bandvortrag. Turner kann so etwas und für die Personen in Nordamerika ist diese Melodie zugeschnitten. Das Ding reißt unwillkürlich mit. 

 

Seinen Zauber vollends verloren hat "Lost In Hollywood". War es früher live eine ausufernde Live-Nummer wird sie an jenem Abend nur angerissen. Alles beginnt mit einem kurzen klassisch angehauchten Intro des Tastenverantwortlichen. Der Song startet dann direkt durch. 

 

Er endet mit einer der Spezialitäten des Gitarristen. Wenn er sich mit dem Sechssaiter kritisch auseinandersetzt dann hört sich das so an. 

 

Bald beginnt dann der Titelsong des aktuellen Albums. Beethoven warf dereinst sein Ode an die Freude als Abschluss seiner neunten Sinfonie ins Auditorium. Ritchie ließ sich anstecken. Einfach zauberhaft und für alle Zeiten wohl auch wieder klassisch antwortet der Britte dem Deutschen. Auch später bei Deep Purple entwickelt sich ein Instrumental mit Power und Unterhaltung auf höchstem musikalischem Niveau. Das sich daraus entwickelnde Drum-Solo gibt es noch, jedoch in verkürzter Form. Aus meiner Sicht nicht tragisch. Der Stil vom neuen Drummer gefiel mir nie wirklich. Bobby Rondinelli ist kein Langweiler. Er ist ein präziser Drummer. Seinen Vorgänger schätzte ich viel zu stark.

 

Mit "Long Live Rock N Roll" geht es schließlich in die finale Runde. Der offizielle Abend rast mit der eigentlichen Anheitz-Nummer seinem Ende entgegen. Hier wird nur noch gerast. Joe feuert das Publikum nicht an. 

 

Wenn dieses Riffs ertönen weiß der Fan welche Wurzeln zwei der fünf Beteiligten haben. "Lazy" und "Woman From Tokyo" gehören zu deren Geschichte wie auch "Smoke On The Water". Die Brandbeschreibung wird hier auch als Rauswerfer missbraucht. Joe hat hier so einige Probleme das Teil stimmlich an die Massen weiterzuleiten. Es wirkt bisweilen schon seltsam. Sind die Töne dann verklungen ist der Auftritt beendet.

 

Was wir hören ist ein Konzertvariante der verkürzten Art. Gerade war diese Verfahrensweise in den USA nötig, da die Band noch immer nicht Fuß fasste auf dem neuen Kontinent. Später ändert sich das. Ritchie veränderte einfach die Musik und passte sich mit der Band den Hörgewohnheiten der dortigen Rockvernarrten an. Er wurde schlichtweg konventioneller. 

 

Der Auftritt an sich jedoch ist wirklich nicht schlecht. Ritchie gibt ganz sicher ordentlich Gas und die Band drückt sich gewaltig durch die Boxen. Der Sound ist einfach klasse und verwöhnt trotz der fehlenden Länge. Im Juli desselben Jahres wurde diese Band in der vollen Länge für die Ewigkeit festgehalten. Doch das ist wieder eine andere Geschichte. 

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