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LIVE AT THE RAINBOW 1981 - Rainbow

Rainbow als Headliner; dort gehören sie hin

Ausgiebig arbeitete man seit Jahresbeginn 1981 daran, das nun neue Material in Nordamerika fest in den Herzen der Fans zu verankern. Wieder musste man sich damit abfinden, teilweise im Vorprogrammen dort den Einheizer zu spielen. Erst im Frühjahr kehrten sie zurück nach Europa. Hier war das anders. Der zumeist schwarz gekleidete Gitarren-Hexer war hier der Bringer. Alle wollten ihn und seine Band sehen.

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Am 08. Juli standen sie auf der Bühne des Rainbow Theatre in London. Dieser Auftritt wurde in guter Tonqualität aufgenommen. Alles beginnt mit dem ungekürzten Intro.

Danach steigt man mit "Spotlight Kid" gewaltig ein. Überall hört man Druck und Power. "Kill The King" ist längst verdrängt und hat als Einsteiger ausgedient. Wem diese Kraft nicht ab dem ersten Ton abholt, der ist entweder längst verblichen oder zumindest taub. Die Massen toben. 

 

Sein Vorgänger sang den Titel besser. Joe Lynn Turner klingt jedoch auch wieder nicht so schlecht. Mit ein wenig Gefühl drückt er sich in "Love's No Friend". Er zeigt eine gute Leistung. Ritchie jedoch lässt nach dem Gesangsteil die Affen tüchtig fliegen. Spiellaune pur ohne einen Anflug von Unmut. Das rhythmische Klatschen der im Saal Versammelten verleiht der Dynamik einen starken Impuls. 

 

Erst darf Don ein kleines Intro schmettern. Dann startet der Song. Bei "I Surrender" ist Joe in seinem Ideal. Schmachten ist voll sein Ding. Es eröffnet das aktuelle Werk DIFFICULT TO CURE und wird auch spektakulär aus den Boxen gescheucht. 

 

"Man on the Silver Mountain" jedoch verkümmert am Show-Gehabe von Joe. Alle Mystik ist gewichen. Eine schlichte Nummer unter vielen. Das hat das Werk so nicht verdient. Die einst große Jam-Nummer verkümmert zum Einheizer. 

 

Auch "Catch the Rainbow" gehört zum alten Liedgut der Band. Eine Pflichtaufgabe bei jedem Auftritt. Die Neuerfindung der Langsamkeit, seine kontrollierte Dynamik, die Strucktur des Vorgetragenen; alles verträgt sich prächtig mit dem neuen Vokalisten. Hier hören wir einen anständigen Vortrag. Die Mächtigkeit und die Tiefe von Ronnie fehlt zwar, jedoch kann der aktuelle Stimmbandartist das große Loch gut ausfüllen. 

 

Wenn jedoch der gute Ritchie ordentlich in die Saiten greift, dann weitete sich die Ballade zum Orkan. An sich langsam im Takt ergreift ein die Rührung. Was für Gefühle in diesem Moment durch die Verstärker rauschen ist echt cool. 

 

"Can't Happen Here" stammt wieder vom aktuell zu bewerbenden Werk der Band. Turner kann durchaus singen. Das merkt man in den gut vier Minuten. Mit Wucht und Energie erschlägt es den Hörer. Man ist platt und lässt sich mitreißen. Ein wirklich tolles Live-Stück mit irrem Drive. Man wünscht es sich ausschweifender und länger. 

 

Das geschieht jedoch nicht. Don Airey darf in die Tasten greifen und den Anwesenden zeigen was er drauf hat. Das tut er wie immer mit Bravur. Leider bleibt zu wenig Zeit. Lauschen wir nun dem noch jungen und aufstrebenden Tastenvirtuosen. Es ist schon erstaunlich wie er sich mit vielen kurzen Anspielungen durch sein Programm schiebt. Zu dieser Zeit ganz sicher mehr als Einheitsgedusel. 

 

Wenn es dann zu "Lost in Hollywood" übergeht weiß der geneigte Fan genau, dass es nun zur Improvisations-Phase übergeht. Nur kurz verweilt sie Band dort. 

 

Sie überführt nach gut drei Minuten in des Solo des Herrn Blackmore. Die Klänge seiner Gitarre sind so vielfältig wie verblüffend. Mit allerhand elektronischen Verzerrungen gibt der Groß-Begabte einen Ausflug ins Besondere. Mit "A Ligth In The Black" kleidet er es aus. Einst ein großer Kracher der ersten Besetzung.

 

Bis das Intro zu Beethoven ertönt. Dann fliegen wieder die Finger des ewig Besonderen beherrscht und unbesonnen übers Griffbrett. Ritchie liebt die Klassik. Diese alles beherrschende Hingabe spürt man in diesen Minuten. Unterstützt wird er von Don. Das rundet das Stück ab. Viel zu früh endet das Intermetzo. 

 

Es beginnt das Drumsolo. Dieses wird mit einer kleinen Improvisation eingeleitet. Bob ist anders als sein Vorgänger (Cozy Powell). Er setzt auf Speed. Verbunden mit der Anfeuerung der Zuschauer entsteht so eine druckvolle Dynamik. Gänzlich fehlt eine durchgängiger Schlagabtausch, ein im Song festgehaltener Rhythmus. 

 

Mit "Long Live Rock 'n' Roll" reisen wir zurück ins Jahr 1977. Das gleichnamige Album war das letzte mit Ronnie. Längst hatten Blackmore und er nicht mehr viele gemeinsame Interessen. Um die Massen vor der Bühne aufzuheizen; dazu eignet sich das Teil vorzüglich. Gewöhnlich vernichtet der Griffbrettverwöhner während dessen noch eine seiner Gitarren. Das fällt aus und der offizielle Teil des Abends ist Geschichte.

 

"Rule Britania" ist die inoffizielle britische Nationalhymne. Ritchie ist gut drauf und lässt es sich nehmen sein Vaterland zu ehren. So startet die Zugabe. "All Night Long" folgt kurz dahinter. Viel zu kurz hören wir in das Teil. Ist vielleicht auch gut so. Zu aggressiv und irgendwie zu kräftig. 

 

Mit einer kurzen Intonierung von "Lazy" geht es in die nächste Runde. Hat sich der Purple-Klasiker dann schnell verabschiedet landen wir "Since You Been Gone". Auch einst von Graham Bonnet veredelt rettet sich Joe mit der kurzen Anspielung über Zeit.

 

"Smoke On The Water" ist unweigerlich mit Ian Gillan verbunden. Er schrieb den Text zu Ritchies übrig gebliebenes Riff. Ein Welthitt und unvergessen für immer. Hier donnert das Riff wieder fett und breit aus den Boxen. Ohne Einleitung und Verschnörkelung beginnt es einfach. Joe ist eine Rampensau. Er schmettert das Teil über die Köpfe der im Saal versammelten Anwesenden. Ein Rausschmeißer der Extra-Klasse.

 

Das Album selbst ist nicht übel. Es zeigt den neuen Sänger in seiner neuen Band. Eine Formation, welche sich deutlich verändert hatte. Die Beiträge wurden kürzer und damit wurde mehr vom Bandmaterial geboten. Joe Lynn Turner zeigt durchaus positive Ansätze. Bob Rondinelli hingegen wirk zwar frisch, jedoch beschränkt sich sein Solo nur auf einen Speed-Teil. Das unterscheidet ihn von seinem Vorgänger. Auf jedem Fall heizt er den Massen gehörig ein. Und das ist gut so.

 

Der doch gute Klang für ein Bootleg benötigt wenig Nachbearbeitung. Auch für den interessierten Laien ein kompetentes Dokument der Band. 

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