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NOW WHAT?! - Deep Purple

Wieder ein wahres Purple-Album

Ein Album für Jon Lord. So bezeichnete die Band das 19. Studioalbum. Es erschien im April 2013 und wurde produziert von Bob Ezrin. Dieser arbeitete schon mit anderen namhaften Bands wie Alice Cooper, Kansas, Kiss, Peter Gabriel - und und und - zusammen. Den musikalischen Umbruch merkt man deutlich im Vergleich zum Album davor.

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Das Album wirkt viel druckvoller und auch härter. Die Titel sind nicht mehr so zurückhaltend und die Band wird wieder ihrem Ruf als Hardrock-Formation gerecht. Auch bedient Don Airey die Orgel eher im Stile des Herrn Lord. Sie wirkt potent und nicht mehr als schlichtes Unterfutter für das Klanggefüge der Band selbst.

Was den Gesang von Herrn Gillan angeht, so muss man hier attestieren, dass er hier nochmals besser klingt als auf dem Album davor. Auch die Melodien sind einprägsamer und abwechslungsreicher. 

 

Nachdenklich startet das Album. Mit "A Sipple Song" hört der Fan einen Midtempo-Song. Alles basiert auf einem schicken und druckvollen Orgel-Teppich. Don hat hier eine bestimmende Funktion. 

 

In "Weirdistan" hören wir eine Portion Kritik am System. Auch hier wieder spürt man die gepflegt Härte der Band. Man muss man hier die Rolle des Herrn Airey hervorheben. Auch Steve beteiligt sich mit einem Solo. 

 

Mit "Out Of Hand" wird es trocken. Geradezu drastisch zieht sich der Song über die sechs Minuten. Eine schöne Abwechslung zu den beiden Stücken zuvor. Jetzt darf sich Steve Morse wieder ausgiebig Gehör verschaffen.  

 

Einen wirklichen Höhenpunkt gibt es mit "Hell to Pay". Ein richtig guter Song, welcher eindeutig ein Feeling von den frühen Purple-Songs versprüht. Wenn man hier das Orgelspiel mit jenem der Alben davor vergleicht sind das Welten. Von Mainstream ist hier nichts mehr übrig.

 

Auch das rockige "Body Line" ist voll und ganz ein Purple-Song. Der Bass schiebt das Teil nach vorn und die ganze Band rockt. Tolle Solos unterstützen den Song und wirken verzierend. Alles erscheint leicht und unbeschwert.

 

Natürlich ist da noch das Meisterstück des Albums "Above And Beyond". Hier wird an den leider zu früh verstorbenen Jon Lord erinnert (Todestag am 16.07.2012). Es gibt unzählige Live-Versionen davon und in jeder wird man Zeuge vom Verlust für die Musiker der Band.

 

"Blood From A Stone" zieht sich gekonnt. Don's Orgel gibt wieder eine tolle Grundlage. Immer wieder wird das Tempo durch Steve dramatisiert. Schick gemacht und nicht langweilig. 

 

Genauso schön geht es mit "Uncommon Man" weiter. Die Band gibt sich im längsten Song des Albums Zeit zur Entfaltung. Eine tolle Hymne startet hier. Ganz sicher wieder ein Höhepunkt. 

 

Mit "Aprés Vous" hören wir eine schöne kleine Rocknummer. Wieder einmal ist ein wirklich toller Don Airey zu hören. Zum Ende hin wird gejammt. 

 

Es folgt die Ballade "All The Time In The World". Wieder hört man feinsten Purple-Stoff ohne Schnickschnack. Einfach schick gemacht und toll in Szene gesetzt. Die Band spielt befreit was ihr gerade gefällt. Man kann das richtig greifen. 

 

Man nehme nur "Vincent Price". Hier huldigt man einer Ikone des Horror-Gengres auf eine fast schon geniale Weise. In diesem Minuten sind die Gestallter der Musik zurück. Hier höre ich sie wieder, die Band meiner Jugend.

 

Wer beim Erscheinen schnell war bekam die Limited Edition mit einer zusätzlichen DVD. Auf dieser waren Live -Aufnahmen und Bilder. Auch befand sich ein Bonus in Form des zusätzlichen Titels "It'll Be Me". Man benötigt das Teil nicht wirklich, jedoch stellt es einen Mehrwert ganz sicher dar. 

 

Alles in Allem ein echt klasse Album. Eines das den Namen der Band wieder zu recht trug.

 

Einzig gilt es zu bemängeln wie das Label Edel Records (earMusic) mit den Veröffentlichungen umgeht. Wieder gibt es tausende von Editionen und Sonderausgaben, welche nichts anderes sind als Geldschneiderei. Hier wird versucht dem Fan auch noch den letzten Groschen aus der Geldbörse zu ziehen. Ich für meinem Teil habe mir die instrumentalen Versionen von vier der Albumtitel geholt und noch den Song "First Sign Of Madness".

 

Sieht man von diesem Umstand ab und betrachtet das Ganze als das was es ist, der Versuch mehr Kapital herauszuschlagen, dann kommt man unweigerlich zum Schluss; hier gibt es echt gute Musik. Hier machen Musiker was richtig tolles und man hört den Spaß an der Musik. 

Es gibt all das was die Band ausmachen. Eine gute Gitarrenarbeit, eine Orgel ohne Unterwerfung und einen Sänger der sein Handwerk versteht. Die Backround-Truppe ist hervorragend vertreten. Ian trommelt wieder lebendig und Roger basst was die Saiten hergeben.

 

Alles ist wieder gut und der geneigte Fan kann wieder kaufen was das Herz verlangt und der Geldbeutel hergibt.

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