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STRAIGHT BETWEEN THE EYES - Rainbow

Nicht das Beste Album, doch das Beste von Joe

Der Typ hört sich auf einem Studio-Album echt gut an. Joe Lynn Turner überzeugt hier auf dem ganzen Album. Das zweite von ihm mit der Band und das Best von ihm in dieser Phase. Don Airey war gegangen und ihn ersetzte David Rosenthal.

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Im Dezember 1981 traf man sich in Quebec und spielte neun neue Titel ein. Ritchie hatte nun die volle Kontrolle über die Band. Das merkt man dem Album an. An jeder Ecke spürt man die Handschrift des Zaubergitarristen.

Am 10.06.1982 stand das Album in den Läden. Das Cover war gleich eine Ansage an den Hörer. Hier rammt dir Ritchie seine Strato in den Schädel bis sie von vorn wieder ausbricht. 

 

Rock war Programm und Ritchie glänzt ganz sicher gleich bei der ersten Nummer. Mit "Death Alley Driver" kracht es richtig los. Ritchie‘s Gitarre grunzt böse und grummelt fleißig. Dann rockt es gewaltig. Ein Riff und ein Solo als hätte Gott persönlich Ritchie einen fetten Kuss auf die Stirn gegeben. Joe singt richtig gut und passt in den Song wie der sprichwörtliche Ars.... auf dem Eimer. Was so losgeht soll eine poppige Seite haben?

 

Doch der Kommerz kehrt schnell zurück. "Stone Cold" passt in jede Hitparade. Ein Song wie es ihn leider allzu oft gibt. Eher ein Stück, welches zu einfach geschmiedet klingt, mit einem zu intensiven Kuschelkurs. Er verläuft in Raum und Zeit. Wird einfach ausgeblendet und dann ist er vorbei. 

 

Dasselbe Schicksal erleiden wohl auch "Bring On the Night (Dream Chaser)". Eine an sich starke Ballade. Simpel und einfach, allerdings mit tollen Gitarrensolo. 

 

Auch bei "Tite Squeeze" hat man einen ähnlichen Eindruck. An der Melodie liegt es nicht. Irgendwie singt das Niveau. Locker und Leicht gleitet das Teil durch die Ohren. Vielleicht bleibt auch aus diesem Grunde nicht viel übrig nach dem Ende des Titels. 

 

Mit "Tearin' Out My Heart" schleppt man sich dann wieder aus dem Pop-Drama. Mit tollem Gesang und feingliedriger Gitarre bluest sich die Band schwermütig  zum Ende des ersten Teils des Albums. Also aufgerafft und die LP drehen. 

 

Auf der nächsten Seite geht es gleich mit "Power" los. Der Titel ist Programm. Über viereinhalb Minuten gibt es Druck. Nicht nur wegen Ritchie's Gitarrenspiel. Joe kommt hier druckvoll rüber. Zusammen mit dem Klatschen im Refrain ergibt das eine explosive Mischung. das reisst unweigerlich den Hörer mit. Zweifelsohne ein Höhepunkt des Albums. 

 

Dicht gefolgt vom ebenso tollen "MISS Mistreated". Ritchie erzählte gar, dass "MISS" eher entstanden sei als "Mistreated" von Deep Purple. Wie auch immer; alles im grünen Bereich. Dazu muss man jedoch auch hier einen Hang zur poppigen Interpretation einräumen. Allerdings im kleineren Ausmaß. Beide Titel sind super hörenswert und mit Sicherheit guter Rainbow-Stoff. Hier rockt es wieder und Ritchie spielt wie immer toll. 

 

Im Anschluss hört man auch einen Synthesizer und dann wird es nur noch leicht rockig und trotzdem flach. "Rock Fever" ist eine Nummer, an welche sich nach dem Ende der Scheibe kleiner mehr erinnert. Das ist eigentlich richtig Schade. Sie geht voll ab und sorgt für kurzweil beim Hörer. Eindeutig viel zu kurz und mit zu wenigen Solos im Song verstreichen die dreieinhalb Minuten viel zu schnell. 

 

Am Ende zeigt die Band, dass sie auch noch progressiv zu Werke gehen kann. “Eyes of Fire“ beginnt langsam und steigert sich. Ganze sechseinhalb Minuten guter alter Rock. Orchestral verstärkt durch majestätische Streicher rockt hier das Vinyl noch mal los bis die gefürchtete Auffangrille die Nadel im Kreis läuft. 

 

Dieses Album ist nicht das Beste im Portfolio der Band. Trotzdem fanden sich mit "Stone Cold" und "Power" noch hohe Chart-Notierungen. Auch das Album selbst wurde weit vorn gewertet. 

 

Wie ich jedoch zu Anfangs bemerkte war es das Beste von Joe. So gut wie hier klang er später nur noch selten. Er konnte diese Melange aus Pop und Rock gut verdauen und unterstützen. Das ganze Album ist irgendwie flüssig und auch gefällig. Manchmal hat man sogar das Verlangen das Tanzbein zu schwingen. Ich weiß nicht mehr wer das sagte, aber in diesen Worten steckt Wahrheit: „Wenn man zu Hardrock tanzen kann, dann ist es keiner mehr.“

 

Live hingegen waren Rainbow immer noch die Bringer. Ritchie ließ seine Gitarre am Ende immerfort den Heldentod sterben. Die Musik war rau und ungeschliffen. Joe wirkt zwar live immer etwas blass, doch was soll’s. Es gab harten Rock, Solo‘s und auch jede Menge Stoff zum Schmachten. Rainbow eben und nicht zu knapp. 

 

Bald jedoch bahnte sich die Réunion von Deep Purple an. Diese platze zwar und Ritchie gab sich mit seiner Band ein Jahr später ein Stelldichein. Doch das ist eine andere Geschichte. 

Bildschirmfoto 2026-04-06 um 13.15_edite
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