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ET CETERA - Et Cetera

Ein tolles Kleinod im ansonsten so geordneten Universum

Wolfgang Dauner hatte sich seit der Gründung seines selbst benamsten Trios einen guten Namen im Bereich des Jazz gemacht. 1970 nun nahm er den Gitarristen Siegfried "Sigi" Schwab mit in eine Formation.

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Mit dabei waren der Drummer Fred Braceful und der Basser Eberhard Weber. Beide kannten sich vom Anfang des Trios1963. Weitere Unterstützung erfuhren diese Personen von Roland Wittig (Percussionist). Als Et Cetera begab man sich in London vom 09. bis zum 12. Dezember 1970 ins Studio. Gemeinsam versuchte man sich nun an einer Fusion von Jazz und Rock.

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Gewaltig startet die erste Seite mit "Thursday Morning Sunrise". Eine wilde Mischung aus synthetischen Klängen. Im Ohr des Hörers entsteht so eine ungeordneter Eindruck einer wirklich guten Improvisation. Toll und überraschend in jeder Minute. Man hört alle Instrumente in der wohl größtmöglichen Extase. Alles bricht zusammen, ordnet sich ein wenig. Dann werden kurz nochmal die Zügel gelockert bevor das elf Minuten Stück zu Ende geht.

 

Mit der Stimme von Fred beginnt "Lady Blue". Das kürzeste Stück des Albums wird mit Backround-Chor opulent ausgekleidet. Im Grunde wird die gesprochene Stimme nur durch echt tolle Kurzpassagen der Musiker unterbrochen.

 

Fast nahtlos schließt sich das hübsche "Melodram" dann an. Hier brilliert Sigi einfach toll. Schön mit Bongas geht es durch das fast schon zierliche Stück. Zum Ende wird es größer und stirbt dann. 

 

Mit "Raga" beginnt die zweite Seite. Hier zeigen sich indische Einflüsse. Auch hier wird es wieder experimentell. Nicht ganz so wie am Albumstart hört man jedoch einen einfach tollen Jam. Alles was der Hörer zum Wohlfühlen benötigt ist vorhanden. Diese 16 Minuten sind nie langweilig und überraschen immer wieder.

 

Schwer mit Bass beladen beginnt "Milkstreets". Wieder findet man dieselbe Klangfülle wie auch zuvor. Nur vergehen hier gerade mal viereinhalb Minuten. Danach gibt die schwarze Scheibe nur noch klicken an die Verstärker weiter. Das Original endet hier.

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Wer sich die überarbeitete CD von 2008 anhört findet hier als Bonus noch drei weitere Titel. Diese waren auf dem Original-Album nicht vorhanden. Erst in der Zusammenstellung des Labels Long Hair Musik wurden sie erstmals veröffentlicht. der Vollständigkeit wegen müssen diese hier erwähnt werden.

 

Als ersten Titel erwähne ich hier "Behind The Stage". Wieder eröffnet sich eine experimentale Sphäre. Erst nach weiteren zwei Minuten denkt man wegen dem Bass an einen Melodienstart. Langsam entwickelt sich so ein Song, bei welchem die Erwartungen der Realität immer ein wenig hinterher eilen. Zum Ende dann bricht das Feuerwerk des Gitarristen los und die Band geht mit. Dann wird alles wieder äußerst kurios zum Schluss gebracht. 

 

Behutsam wird "Tau Ceti" mit Piano und klassischer Gitarre aus der Stille der Trennungslücke gehoben. Über einem Piano-Riff wie man es von Horrorfilmen kennt breiten sich die Musiker aus. Ruhig und dennoch mit Spannung beladen treibt der Hörer durch Raum und Zeit. 

 

"Kabul" ist nicht nur der Name der Hauptstadt von Afganistan, nein es ist auch der letzte hier besprochene Titel. Fast schon hart setzt hier Sigi‘s Gitarre ein. Eine Mörder-Bass-Linie stopft sich in das Mittelohr. Rhythmisch wird der Song fortgesetzt. Auch hier geht zum Ende des Mittelteils furios zum endgültigen Finale.  

 

Das Album an sich ist eine wirklich gelungene Mischung aus Jazz, Rock und vor allem indischen Musikrichtungen. Es wird nie wirklich langweilig und gefällt bei jedem Hören ein kleines Stück mehr. 

 

Erstaunlich welche Faszination von dem "vermeintlichen Krach und Chaos" ausgeht. Man kann sich nicht satt hören, hat man manches Mal auch Zweifel sich mit seinem Musikgeschmack zu outen. Hier hört man eine Scharr cooler Musiker zu. Sie entfalten sich und kümmern sich nicht darum, ob man das hörbare in Schubladen pressen kann. 

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