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COUNT ON DRACULA - Birth Control

Zurück zu den Wurzeln

Mit dem neuen Plattenvertrag blies wieder ein neuer Wind. Die Band kehrte ab von den bisherigen durchdachten Strukturen. Es galt wieder sich an der einst zur Gründerzeit ersonnenen Grundrichtung zu orientieren. Nun wurde wieder drauflos gerockt.

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Vom Oktober bis Dezember 1979 spielten die Beteiligten in Köln das neue Album ein. Das Studio am Dom kannte die Band schon. In bekannter Atmosphäre entstanden so sieben tolle Titel.

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Mit dem Titelsong startet der Hörer ins Album. "Count On Dracula" beginnt straff mit der Gitarre. Dramatisch driftet der Konsument in die Flucht vor dem berühmt berüchtigten Grafen. In der Mitte des Songs wird es zunehmend härter. Das Stück weitet sich schließlich gewaltig auf. Wolfgang darf dann gleich mal gehörig auf die Tasten drücken. Mit der Orgel driftet man in Richtung des zweiten Stückes. 

 

"The Rescue (Sometimes In The Future)" rockt frei und unbeschwert ins Innenohr. Ein wirklich starkes Stück Musik. Spacig geht es zu und die Menschheit wird gerettet. Die Wiederholungen im Text sind stark mit Tönen unterlegt. Schließlich erhebt sich Bruno und feuert die Rakete an.

 

Eine fantastische Orgelunterfütterung leitet "Sad Fan" sanft ein. Jon Lord lässt grüßen. Schwer und gewaltig bewegt sich eine Sound-Kulisse auf den Hörer zu. Verzerrungen sind angesagt. Toll arrangiert ergeben sie eine starke Ergänzung zur Gitarre. Bis zum Ende der ersten Seite langweilt man sich nicht. 

 

Dreht man das Album erhebt sich gleich nach dem ersten Kontakt der Nadel das rhythmische "Pick On Me". Einfach cool wie das Teil nach vorn drückt. Eine Hammer-Nummer mit irrem Drive. Mit Handtrommeln und anderen Schlaginstrumenten wird gewaltig Dynamik erzeugt. Gerade die Bass-Spur ist echt stark. Fast schon ein wenig fernöstlich kommt das Ding auf einer Prise Funk durch die Boxen. Einfach eine richtig gute Nummer mit jede Menge Potential. 

 

"Caterpillar" dient als ruhiger Gegenpol. Hört man hier etwas Reggae durch? Wieder eine starke Leistung. Nicht eine Sekunde wird das im Grunde doch langsame Stück langweilig. Es passiert jede Menge in den gut fünf Minuten. Nach drei dieser Zeiteinheiten heizt Bruno tüchtig an. 

Das kürzeste Stück des Werkes folgt nun als nächstes. "Limelight" ist ideal für die Wiedergabe im Rockradio. Druckvoll wird der Hörer in das kurze Stück katapultiert. Eine einfache und gute Mucke wirbt hier durchaus mit Massentauglichkeit. Für die Band ein unbedingtes Aushängeschild. Hier präsentieren sie den deutschen Rock. 

 

Das Album wird mit "Witchhunters" beschlossen. Das passt sehr gut zum Opener und ist wiederum eine Power-Nummer mit deutlichen Wiedererkennungseffekt. Von Anfang an wippen die Füße mit. Ständig hat man das Gefühl die Töne fliegen nicht laut genug aus dem Verstärker. Dreht die Regler auf Freunde, habt Spaß und lasst den Rest der Welt wo sie hingehört. Klopfend und klingelnd vor der Haustür. 

 

Das Album ist echt großer Sprung nach vorn. Die Band hört sich knochenhart an. Sie sind wieder da die Helden meiner Jugend. Sie zeigen der Welt wieder wo der Teufel den Dirigenten-Stab versteckt hält. Sie flüchten nicht nur vor Dracula sondern geben Zunder beim Angriff auf die Hörmuschel. So muss das klingen wenn auf dem Cover der Name der Band steht. 

 

Das Ende Januar oder Anfang Februar 1980 veröffentlichte Werk verdient besondere Beachtung. Es gilt ganz sicher als Rückkehr zum Gewohnten, es ist ein Zeichen an die Fans.  Pünktlich zum zehnjährigen Bandjubiläum startete die Band einen neuen Angriff. Sie kamen gut damit an. Während der darauf folgenden Live-Tour gab es wieder jede Menge Zuspruch und Zugaben. 

 

Manfred von Bohr erkrankte im April 1980 an einem entzündeten Blinddarm. Bei der Frühlings-Tour setzte sich wieder Bernd Noske hinter die Schießbude. Dort blieb er auch. Nicht bleiben wollte Horst Stachelhaus. Das Bass-Spiel übernahm ab September Jürgen Goldschmidt. Der meldete sich als Profi-Musiker auf eine Anzeige der Band und wurde angeheuert.

Bildschirmfoto 2026-06-06 um 20.57_edite
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