DEAL DONE AT NIGHT - Birth Control
Ein wirklicher Kracher
Manfred Bohr war weg und Bernd Noske saß wieder hinter dem Schlagzeug. Horst Stachelhaus gehörte auch nicht mehr zur Band. Auf eine Anzeige hin meldete sich Jürgen Goldschmidt.

Während der Tour im September 1980 erprobte man schon die neuen Songs am Live-Publikum. Dieses Mal wollte man auf Nummer sicher gehen, dass die Mucke bei der Basis zündete.
Im November traf man sich im “Studio am Dom” in Köln. Man brachte die sieben neuen Songs auf‘s Band. Im Dezember wurden sie gemischt. Zum Jahresbeginn 1981 stand das neue Album in den Plattenläden. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Band durch einen zweiten Gitarristen ergänzt. Stefan Linke kannte die Band schon und bot sich an. Noch im Dezember stieß er zur Band. Auf dem Album jedoch hört man noch die klassische Vierer-Besetzung.
Das Album beginnt knallig mit "Burnt Gas". Gleich zu Beginn brettert das Teil in die Ohren. Gerade und ehrliche Rockmusik ist zu hören. Der Rhythmus zieht von der ersten Note. Zu allererst dringt die irre gute Gitarrenarbeit ans mit Drive versorgte Innenohr. Bruno treibt die Nummer gehörig an. Sie vibriert wie das Leben. Man kann sich zum Ende hin gut vorstellen wie die Band das Publikum anheizt.
Ähnlich stark reißt einen "He's In The Right" mit. Die Botschaft ist klar und der Geneigte driftet auf einer druckvollen Welle dahin. Ein Hammer-Bass trifft hier ein tolles Schlagzeug. Allen voran schreitet Bruno. Der spielt wieder einfach stark. Auch hier brennt das Feuer mit fast schon buchstäblicher Hitze. Bis zum plötzlichen Ende eine starke Leistung.
Die orgellastige Ballade "Talk To You" wird wiederum stark durch die Membranen geleitet. Nossi ruft nach Hilfe. Das Tasten-Fundament bereitet den Nährboden für ein cooles Bandspiel, bis hin zum schicken Orgel-Ende. So etwas nenne ich ein gelungene Nummer.
Mit dem Titelsong endet die erste Seite. "Deal Done At Night" ist fast schon eine Rock‘n‘Roll-Nummer. Das Piano driftet durch das Teil und auch der Rest der Band drückt sich im Verbund durch die zuckenden Membranen der heimischen Boxen. Platt vom Druck erhebt man sich und wendet das schwarze Ding.
Hier empfängt Bernd den Hörer. Nacheinander starten alle durch und "Don't Call Me Up" beginnt zu leben. Das Ende ist erreicht, der Kanal ist voll. Wie heftig sich sowas anfühlt bringt die Band hier gut zur Geltung. Einfach die Augen schließen und den Klängen folgen. Wir sind Zeugen der Auferstehung einer Band…
Behäbig beginnt "Absolution". Wieder driftet der Hörer auf einer irren Bass-Spur dahin. Die Band hält der Kirche den Spiegel ins Gesicht. Die Vergebung der verkleideten Männer ist es nicht wert. Eine starke Botschaft gerade auch in Bezug zum eigenen Bandnamen.
Das Album schließt mit einer langsamen Nummer. "Another Death" ist wohl das dunkelste Stück. Wieder ein Titel über die Seefahrt. Doch mit romantischer Verklärung hat diese Geschichte von dreckigen Öltankern und den Schäden durch deren Betrieb nicht s zu tun. Wenn ein Kahn im Meer versinkt sterben Menschen, Fische und Illusionen. Traurig klickt die Nadel in der Auffangrille.
Der Hörer hingegen braucht sich nicht zu grämen. Schließlich hat er nach dem Ende der Konserve jederzeit die Chance sich das Teil noch öfters reinzuziehen. Und das sollte man auch ganz sicher.
Das Werk ist vom Beginn an richtig stark ausgefallen. Quirlig und Lebendig werden tolle Themen angefasst. Nossi‘s Gesang ist echt wieder stark in Szene gesetzt. Immer mal wieder hört man Backround-Gesang. Die Band hat jede Menge Druck. Dass sich die einstige Orgel-Dominanz hin zur Gitarre verschob fällt dem aufmerksamen Hörer auf. Das stört jedoch nicht und schafft eine coole zeitgemäße Atmosphäre.
Bei fast allen Songs verschieben die Töne die Luft auf der anderen Seite der Boxen gewaltig. Denkt man sich live noch den zweiten Gitarristen hinzu, so gewinnt das Gehörte live auf der Bühne ganz sicher noch an Dynamik.


