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JUNGLE LIVE - Birth Control

Leider unbeachtetes Album

Im Skyline Studio in Düsseldorf trafen sich die Mitglieder der Band. Man spielte das neue Album ein. Die Band war live zusammengewachsen. Fleißige Tour-Arbeit lag hinter ihnen. So spielte man neue Titel ein. Leider ist der Zeitpunkt der Aufnahme nicht festgehalten. Wahrscheinlich spielte sich das Geschehen im Sommer 1994 ab. Auf diesem Album ist mit zwei Ausnahmen nicht der Herr Noske für die Stücke verantwortlich. Xaver Fischer stellt sein kompositorisches Geschick in den Vordergrund.

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Es beginnt mit "Valley Of Darkness Part 1". Einem langsamen Stück ganz im Sinne der Band-Tradition. Es ufert nicht aus, wirkt schwer und wirkt trotzdem nicht langweilig. Nossi‘s Gesang ist stark. Gerade Peter sticht hier hervor.

Es folgt des kürzeste Stück. "I Send My Mind On Vacation" ist ein wirklich toller Hammer. Dem Song merkt man die fehlende Länge nicht an. Sofort wird man ins Stück gerissen. Unbedingt ein richtiger Ohrwurm mit Suchtwirkung. Hier passt alles. Also den Verstärker aufdrehen und die Gläser im Schrank springen lassen! 

 

"Desert Storm" hingegen beginnt als krasser Gegenentwurf. Die Band lässt sich Zeit und breitet einen Soundteppich vor dem Hörer aus. Ruhig und gelassen scheint man einem entspannten Jam zuzuhören. Die Seele baumelt und der Refrain dröhnt im Kopf. Dann bricht die Hölle aus. Der Wüstensturm bahnt sich an und man gibt sich hin. Gebannt lauscht man den für immer in Plastik festgehalten Klängen. Ein irres Hammondorgel-Spektakel. Eine starke Mucke.

 

Hat man sich wieder gefangen lässt man sich von den wohligen Klängen der Hammond verwöhnen. "A Chance To Learn" ist eine starke Ballade. Peter spielt sich hier schön über das Orgelbett. Hier passt wirklich alles. Für‘s Radio wäre das Teil ganz sicher zu lang. 

 

"Jungle City" verkörpert die Band mit allen was sie darstellt. Bleischwer schiebt sich das Teil in die Gehörgänge. Solche Stücke gibt es von der Band zuhauf. Die Untermalung mit den Keyboards ist ganz sicher stark. Am Ende bleibt leider nicht viel zurück. 

 

Anders beim nächsten Stück. Hier knallt es so richtig. "Call Me" räumt die Gehörgänge frei und die Beine wippen. Ein echter Rocker. Radiotauglich und leider viel zu kurz. Ist in diesem Fall längst egal. Einfach die Zeit genießen und erneut eine Gelegenheit die Nachbarn ein wenig zu nerven. Dreht die Regler auf Freunde; teilt diese Energie und die Lebensfreude!

 

"Preacherman" kennt der Geneigte schon von TWO WORLDS. Noch ein Jahr vorher hielt die Band das Teil in einem klaren und präzisen Ton fest. Hier wird der Noske-Song irgendwie dem düsteren Gesamtbild des Albums untergeordnet. In dieser Version wirkt er noch schwerer. Eine Spur zu schwer wie ich finde. 

 

Leider trifft das auch auf den nächsten Song zu. "Automatic World" wirkt ein wenig künstlich. Wieder favorisiere ich die Version von TWO WORLDS. Mir gefällt sie dort einfach besser. Wer den Vorgänger noch nicht gehört hat, dem empfehle ich das nachzuholen. 

 

Mit "Valley Of Darkness Part 2" geht das Album zu Ende. Wie so oft frage ich mich, warum man auf die Idee kommt einen Song zu zertrennen um dann beide Hälften an den Anfang und das Ende aufzuteilen. 

 

Nach dem Hören des Werkes wundert man sich warum man nicht schon öfters im Radio auf diese Mucke gestoßen ist. Das Album ist wirklich nicht schlecht. Es zeigt die Virtuosität aller Beteiligten und ist abwechslungsreich. Beachtenswert ist vor allem, dass fast alle Songs ein wirkliches Ende finden. 

 

Die Vermarktung war einfach nicht gut genug. Die Band hatte zu jener Zeit keinen Vertrag mit einem großen Label. Mit einem Vertrieb aus einer Nische heraus lässt sich auf Dauer keine Popularität erzeugen. International bleibt man einfach unter dem Radar. 

 

Nicht desto Trotz ging die Band weiterhin auf Tour. Sie spielten in Clubs und erschufen sich so wie einst eine treue Fangemeinde. Wenn man so will war es ebenso als die Band von Berlin aus die Welt eroberte. Der Ruf als starke Live-Band machte so Furore. Mit neuem Label wurde es später auch besser.

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