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REBIRTH - Birth Control

Kein wirklich schlechtes Werk

Viel war passiert nachdem HOODOO MAN in den Plattenläden stand. Die Band zog in eine neue Heimat. Sie ließen sich in der Nähe von Köln nieder. Ende Mai 1973 stieg Wolfgang Neuser aus. Der musikalische Stil der Band gefiel ihm nicht mehr. Für ihn kam Bernd Held (auch Zeus B. Held). Ihn fand man bei der damals populären Band Soundedge. Als zweiter Gitarrist wurde der seit 1971 aktive Dirk Steffens engagiert. Bernd Koschmidder verließ bald die Band. Ihn ersetzte Peter Föller. Neben dem Bass sang er auch und konnte Schlagzeug sowie Orgel spielen. Der sang dann auch auf der A-Seite der Single "Nostalgia". Auf der B-Seite war dann "Kaulstoss" von der letzten LP zu hören.

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Das neue Album wurde im November 1973 in den Dierks Studios in Stommeln eingespielt. Das schwarze Teil hatte ein schweres Erbe anzutreten. Nach dem letzten Album galt es schließlich sich zu steigern. Mit dieser quasi neuen Band fragt man sich ob dieser Versuch durchführbar ist.

Gleich mit dem ersten Riff kommt Stimmung auf. "She's Got Nothing On You" ist ein Bandprodukt mit einer starken DNA. Als Eröffnung des Albums ein wirklich starker Song. Hier hört man schön die beiden Gitarristen. Auch die starke und aggressive Orgel springt ins Ohr. Der Song ist nicht sonderlich lang, jedoch schafft es die Band das Teil gut auszukleiden. Auch den mittlerweile zweistimmigen Gesang hört man gut heraus. Das Ende ist cool.

 

Bei "Mister Hero" hört sich die Band total anders an. Mit Bläser-Sätzen durch Frenzel und Held begibt man sich in eine scheinbar andere Welt. Jazzig bewegt man sich fast sieben Minuten weiter. Das Teil ist mit einer Prise Funk angereichert. Nicht schlecht das Ganze, gerade weil man sowas im Grunde nicht unbedingt erwartet. 

 

Dirk Steffens darf bei "Grandjeanville" mit einer 12-Saiten-Gitarre glänzen. Garnicht so schlecht das Teil, wenn es auch zu kurz geraten ist. Es funktioniert ein wenig als Into zum nächsten Song.

 

"No Shade Is Real" gestaltet ganz ordentlich. Es ist nicht gerade ein Glanzlicht. Mit der dominanten Orgel trägt sich das Stück problemlos über die Zeit. Der Rhythmus geht tüchtig in die Beine. Vom ersten Takt an macht es gute Laune. Reicht das für einen Hit?

 

Mit "M.P.C" nähert sich die erste Seite dem Ende. Das kurze Piano-Stück mit Flötenspiel unterstreicht erneut die Vielseitigkeit der Musikschaffenden. Mehr braucht man zum Teil nicht sagen.

 

Dreht man das Vinyl so erwartet den Hörer das längste Stück des Albums. Bei "Together Alone Tonight" tröpfelt zuerst eine kurze Akustik-Session das Innenohr hinunter. Nossi singt toll. Dann setzt die elektrische Verstärkung ein. Alles wird gemächlich mächtiger und steigert sich stetig. Wir hören einfach eine tolle Mucke welche langsam Fahrt aufnimmt. Plötzlich jedoch ändert sich alles. Sofort rockt es gewaltig und dem Konsumenten fliegt fast der Hut weg. Freunde gebt dem Affen Zucker, dreht die Lautstärke höher und lasst es euch von der Musik gefangen nehmen. Ein starke Nummer entsteht. Wieder mit kurzen Pausen versehen rasen wir auf den Zielstrich zu. Ein echter Brecher und keine Sekunde langweilig. Im klassischen Duo-Gesang geht das Teil dann unter. 

 

"Back From Hell" hat ehrlich Hit-Potential. Der Rhythmus ist einprägsam und die Melodie nicht sonderlich verkopft. Einfacher harter Rock zweistimmig ans Volk gebracht; das hat was. Nach dem Gesang dreht die Mucke mit den Beteiligten durch. Ein geiler Orgelteppich schiebt das Teil durch die Boxen ans andere Ende der Membranen. Wieder setzt der einprägsame Refrain ein. Danach beginnt das Drum-Solo. Nossi bedient am Ende einen Drum-Synthesizer und reichert somit seine Performance an. Das Solo an sich wirkt losgelöst vom Song. Es steht quasi dazwischen und wird nicht durch die Band eingerahmt. Das kann die Band durchaus besser. Auf dem ersten Album haben sie das bewiesen. Diese Unterbrechung durch das Solo hat der Song nicht verdient. Leider wird er dadurch zerrissen. Das ist echt schade. Trotzdem ist das Teil echt gelungen und es ist ein toller Abschluss des Albums.

 

Das Werk selbst ist leider nicht so gut wie der Vorgänger. Das liegt nicht an den Bläsern oder dem Jazz-Ausflügen. Nein das Konzept ist schlicht weg zu verschlungen. Die beiden kurzen Stücke auf der ersten Seite sind Zeugnisse zweier einzelner Personen. Sie passen im Grunde nicht ins Werk. Ein wenig zerpflücken sie die erste Seite. Die zweite Seite jedoch entschädigt für die glücklose Vorderseite. Hier findet der Fan genug Identität. Das reicht ganz sicher um das künstlerisch sicher hochwertige Album wieder ins rechte Licht zu rücken. 

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