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NORTHWINDS -

David Coverdale (Solo)

Coverdale im Bluesfieber

Der Grouve des Albums davor war gegangen, wie auch sein Freund Tommy Bolin (im Dezember 76). Die Bläser waren auch nicht mehr so großflächig verteilt. Simon Phillips war Geschichte. Micky Moody war geblieben, wie auch der Produzent und Instrumentalist Roger Glover.

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Vom März bis zum April 1977 spielte man in den Air-Studios sein zweites Solo-Album ein, welches deutlicher in die spätere Richtung ging. Hier hörte man orgelunterstützten Bluesrock. Der Popeinschlag war verschwunden.

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Das Album begrüßt den Hörer gleich mit einem Blues-Rock-Titel. "Keep On Giving Me Love" ist knochenhart und mit der Orgel einfach toll anzuhören. Auch eine Mundharmonika ist zu hören. Das gefällt sehr und mit viel Druck verschwindet der Song in den Reglern.

 

Mit dem Titelsong geht es in die nächste Runde. Eine Ballade braucht jede LP. Bis heute ist es so. David klingt fantastisch und führt uns traumhaft leicht in den längsten Song des Albums. Mitgetragen durch die tolle Bass-Line lässt man sich durch "Northwinds" ziehen. Vielleicht erscheint der Titel ein wenig zu lang. Irgendwie geht einem fast die Geduld aus. 

 

"Give Me Kindness" hingegen ist eine tolle Shuffle-Nummer. Hier hätte man sich auch einen längeren Zeitrahmen gewünscht. Fast vermutet man hier Jazz- und Gospel-Anleihen. Ein wiederum tolles Stück voller Lebensfreude verschwindet im Mischpult.

 

Mit "Time & Again" geht die erste Seite des Albums sentimental zu Ende. Hübsch mit der Orgel ausgekleidet entwickelt sich Zerbrechlichkeit. Das Ganze klingt einfach fantastisch. Augen zu und genießen bis zum letzten Schmachtfetzen.

 

Ist die schwarze Scheibe gedreht geht es mit "Queen Of Hearts" in die nächste Runde. Hier wird wieder der Blues gerockt. Eine Spur schwächer als der Einstieg zur Vorderseite, jedoch entwickelt sich das Teil. 

 

Etwas belangloser wird es bei "Only My Soul". Eine liebliche Melodie umspielt als wiederkehrender Refrain das Ohr. Ein wenig rockig mit coolem Basseinsatz.

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Bei "Say You Love Me" wird es melancholisch. David leidet und das kommt durchaus glaubwürdig rüber. Das Stück lebt vom Frontmann, dem tollen Saxophonspieler und am Ende von einem tollen Gitarristen.

 

Nach dem Gefühlsausbruch darf man nochmals ein wenig ausflippen. Bei "Breakdown" brennt nochmals die Luft. Der Fuß wippt mit und der Song bricht über den Konsumenten ein. Scheinbar überschlägt sich der Blues; bricht alles in sich zusammen. Ein wirklich toller Abschluss.

 

David wollte noch im Dezember 1977 auf Tour gehen. Sein neues Solo-Werk war bereits fertig. Eilig stellte man eine Band zusammen. Bernie Marsden wurde nach dem Desaster von Paice Ashton Lord angestellt. An den Keyboards positionierte man Brian Johnstone. Die Drums besetzte Dave Dowle. Micky Moody und Neil Murray blieben dabei. Im März 1978 startete die Back to the Roots-Tour. NORTHWINDS erschien aus diesem Grund deutlich verspätet bei Purple-Records. Die Tour verlief chaotisch, machte jedoch Appetit auf mehr. Man wechselte den Tastenmann und spielte mit Pete Soley SNAKEBITE ein.

 

NORTHWINDS ist schnell gehört. Es läuft den Gehörgang geschmeidig hinunter. Einige Titel schafften es in's Portfolio der später gegründeten Band Whitesnake. Als Beispiel gilt hier nochmals das tolle “Breakdown“.

 

Wieder zwei Bonus Titel gab es bei der Neuveröffentlichungen im Jahr 2000. "Shame the Devil" und "Sweet Mistreater" werden nur der Vollständigkeit erwähnt. 

Bildschirmfoto 2026-03-27 um 16.30_edite
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