SNAKEBITE - Whitesnake
Die Band war geboren - Whitesnake erwachte
Während der Back to the Roots-Tour im März 1978 entschloss sich David seine eigene feste Band auf die Beine zu stellen. Northwinds machte Mut. Die neue Band benötigte ein zu bewerbendes Werk. Im September 1978 erschien die in London eingespielte EP SNAKEBITE.

Zwei der vier Stücke stammten noch von den Aufnahmesession zu NORTHWINDS 1977. Zwei weitere Stücke wurden eilig im April 1978 eingespielt. Gemischt wurde alles von Martin „The Wasp“ Birch.
Die Musik gestaltete sich äußerst druckvoll. Es herrschte Härte gepaart mit Blues vom Feinsten. Über all dem schwebt die Stimme des wohl besten Sängers seiner Zeit.
Schon beim Start geht es äußerst dynamisch nach vorn. "Bloody Mary" ist einer der beiden 1978 eingespielten Songs. Das Piano drückt sich mit den beiden Gitarristen in die Ohren. Man ist unweigerlich beeindruck von der Gewalt.
"Steal Away" entstand schon 1977. Es war schon Bestandteil der Solo-Tour im März 1978. Auf einem trockenen Gitarreneinsatz beginnt David zu singen. Das hatte unweigerlich Schlangen-DNA. Blues-Rock der Extra-Klasse. So musste sich das anhören. Stark gemacht und ganz sicher mit Potential für mehr ausgekleidet.
Die Rückseite der kurzen Veröffentlichung beginnt mit einem weiteren Meisterwerk. Unvergessen bleibt David‘s Schmachten in “Ain't No Love in the Heart of the City“. Einem der größten Hits der Band überhaupt und Live einfach der Überhammer. Hier vor allen in der einzigen echten Studio-Fassung (aufgenommen 1977).
1974 wurde das Teil von Michael Price und Dan Walsh für Ihr Album Dreamer geschrieben. Ein R&B Song, welcher auch sehr oft (über 30 mal von verschiedensten Künstlern) gecovert wurde.
Der zweite Song von 1978 begleitet den Fan der Band über viele Jahre. "Come On" wird zum steten Begleiter bei so manchem Liveauftritt. Ein echt toller Rock-Blueser mit einem tollen Refrain. Er bleibt in Erinnerung und lässt sich leicht mitsingen. Das Riff beeindruckt und hängt lange noch nach. Nach diesen vier Songs endet die EP.
Bis auf den einem Song sind alles Kompositionen der Band. Sicher wurden die beiden älteren Stücke nachbearbeitet. Peter Solley trat noch mit der Band einige Male live auf bis ihn Jon Lord ersetzte.
Dieses Album ist das erste Lebenszeichen der späteren Band. Erfährt es wegen seiner Kürze nicht gerade größeren Ruhm, so zeigt es in Ansätzen auf was der geneigte Hörer zukünftig zu erwarten hatte.
Später wurde SNAKEBITE auch als LP herausgegeben. Auf der A-Seite wurde die EP in leicht veränderter Titel-Reihenfolge dargestellt. Die B-Seite wurde aufgefüllt mit Songs von David’s zweiten Solo-Album. Insofern handelt es sich bei den späteren Longplayern nur zur Hälfte um ein echtes Whitesnake-Album.
Im Grunde ist es aber der Start einer Band, welche später zu Weltruhm gelangte. Leider zerbrach alles. Resigniert erkannten die Bandmitglieder, dass sie irgendwie kein Geld mit der Band verdienten. David drängte auf den amerikanischen Markt und stellte die Band um. Der Blues ging verloren und die Musiker wurden zur Begleitband vom Herrn Coverdale. Schade - aber der Start war gelungen.


