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BRIGHTON BEACH MEMOIRS - Whitesnake

Nicht der beste Auftritt, jedoch vollständig

Die TROUBLE-Tour begann am 26.10.1978 in Newcastle. Durch England tourte die Band anfangs mit der Formation Magnum. Die hatten gerade ihren Longplayer KINGDOM OF MADNESS im Handel und nutzen ihre Gelegenheit mit den großen Namen der Bandmitglieder von Whitesnake Werbung zu machen. Deren Sänger, Bob Catley, erhielt während dieser Abende auch Hilfen von David um die Bühnenpräsenz von Magnum zu steigern.

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Im Rahmen dieser neun Veranstaltungen liefen am 01.11.1978 im Brighton Dom die Bänder mit. Die BBC benötigte wohl Aufnahmen fürs Radio. Dieser Mitschnitt blieb erhalten. Er wurde 2020 das erste Mal als inoffizielle Aufnahme vom Label Unicorn veröffentlicht.

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David Coverdale eröffnet. Langsam arbeitet sich die Band ins Geschehen. Dann startet "Come On". Als letzter Song der EP SNAKEBITE ist ihm wie üblich der Einstieg gestattet. Micky spielt nicht wirklich fehlerfrei. 

 

"Might Just Take Your Life" ist ein Deep Purple-Song. Irgendwie wirkt das Teil ein wenig wacklig. Jon rettet das doch eher flattrige Unterfangen. Alles wirkt ein doch befremdlich. Der Ton schwankt ein wenig.

 

Der nächste Titel ist ganz sicher ein Produkt dieser Band. Brachial drängt das Gitarrenriff in "Lie Down (A Modern Love Song)". Der Backround-Gesang wirkt etwas zu sehr in den Vordergrund gedrängt. Ein wenig scheint das Geschrei der beiden Musiker im Hintergrund fast so störend wie einst bei Deep Purple. Im ersten Teil glänz Herr Lord mit einer kleinen Piano-Einspielung. Im zweiten Abschnitt greift Micky in die Saiten.

 

Das wohl am meisten gespielte Cover der Band hört man nun. "Ain't No Love In The Heart Of The City" ist nicht so mächtig wie es sich der Konsument vorstellt. Das starke Echo von David und die doch sehr präsenten Backrounder zerstören fast die Zerbrechlichkeit des Songs. Wieder sind die Stimmen des Publikums schlecht ins Gesamtbild eingefügt. Man versteht sie fast nicht. Das ist echt schade. 

 

Der Titelsong des aktuellen Albums steht nun auf dem Programm. "Trouble" wird gewaltig durch die Boxen gejagt. In dieser Version echt stark intoniert. David klingt allein echt spitze. Die Gitarren präsentieren sich gut. 

 

Micky Moody spielt einen wunderschönen Blues. Sein Solo ist eine extra Erwähnung wert. Er wirkt gelassen und lässt sich nie hetzen. Es passt im Rhythmus gut und führt schick über in das nächste Stück.

 

"Steal Away" stammt auch von der EP welche einen Monat vor TROUBLE herauskam. Pulsierend springt es aus den Boxen. Es stapft mit schweren Takten über die Zeit. Schließlich darf Dave Dowle noch ein wenig die Drums in den Vordergrund rücken. 

 

Ritchie Blackmore zauberte bei diesem Teil auf der Bühne wie kein zweiter. Seine Gitarre erklomm Höhen und durchschritt tiefe Täler. David schmachtete wie irre und hob den Song auch neben dem Gitarrenhexer ein weiteres Stück in den Himmel. Herr Coverdale ist immer noch der Meister des Songs. Bernie darf nun seine Künste in die Auslage stellen. Die stete Unruhe und die impulsive Spielweise des ewig Mürrischen fehlt jedoch. Das Stück wirkt zurückgenommen. Die Talk-Box-Einlage ist sehr interessant. Sie peppt alles ein wenig auf und kaschiert die manchmal fehlenden Emotionen des großen Vorgängers.

 

Mit einem wundervollen Instrumental geht es in die nächste Runde. "Belgian Tom's Hat Trick" erschien offiziell auf TROUBLE. Das Teil ist jedoch viel älter und geht voll ab. Anfangs nur verhalten durch beiden Gitarren eingeführt, reißt es einem danach voll mit. Die Beine wollen einfach nicht still stehen. Alles bewegt sich und ist im Fluss. Der Drive greift sofort und die nun folgenden fünf Minuten verfliegen. 

 

Jon darf danach in seine Tasten greifen. Sein Solo ist relativ kurz. Es deckt sich zeitlich mit den Solos der anderen Beteiligten. Klassisch beginnt was nach dreieinhalb Minuten im Blues-Rock endet. Breit und fett schiebt er die Klänge durch die Verstärker. Immer mit schicken Übergängen versehen knallt es dann. Alles nur angedeutet und nicht bis in die letzte Konsequenz ausgereizt. Schließlich wartet das offizielle Ende der Show. 

 

"Take Me With You" rangiert als das vorläufig letzte Stück. Alle Mitglieder der Band drücken den Song entschlossen ins Auditorium. Dave liefert das Gerüst für den Titel und rückt so in den Vordergrund. Die Hauptprotagonisten verwirklichen sich nochmals kurz, dann ist schließlich Schluss.

 

Jeder Musiker wartet auf den aus vielen Kehlen verlangten Nachschlag. BB King veröffentlichte 1964 "Rock Me Baby". Whitesnake begannen mit diesem Titel eine ganze Weile ihre Zugabe. Dave Dowle darf mit seinen Drums beginnen. Dann gesellt sich der Bass von Neil Murrey hinzu. Beide jammen schick vor sich hin. Wieder ist die Talk-Box zur Stelle. Alles wirkt jazzig und leicht. Die Band wird ausgiebig präsentiert. Die Interaktion mit dem Publikum ist erneut schlecht zu verstehen. Sie treten einfach nicht stark genug aus dem Sound hervor. Dann erst startet der Blues. Die Bretter fliegen nochmals im Takt. 

 

Als Abschluss des Zusatz-Parts folgt schließlich "Breakdown / Whitesnake Boogie". Ein Standart und als Rausschmeißer ganz sicher angemessen. Nicht mal fünf Minuten, dann ist die Aktion beendet. Die Massen müssen Abschied nehmen. Sie haben einen tollen Auftritt gesehen.

 

Dieser Mitschnitt ist einer der seltenen vollständigen Aufzeichnungen der Band. Viele solcher Aufzeichnungen gab es nicht. Allerdings nervt der Sound. Die Band ist breit und kräftig zu hören; das Publikum hingegen kaum. Vielleicht liegt es an der Aufnahme direkt vom Soundboard. Das erklärt das fast fehlende Gejohle und Gesinge vom anderen Bühnenrand. Sollte der Mitschnitt wirklich für das Radio aufgenommen wurden sein, dann hat die BBC sicher kein Glanzlicht hinterlassen. 

 

Wie auch immer es nun kam; es bleibt diesem Bootleg ein für diese Art der Veröffentlichung guter Sound zu attestieren. Für Fans der Band ganz sicher ein Grund sich diese CD durch die Boxen zu ziehen. 

 

Der 22 Tage später aufgenommene Mitschnitt vom Konzert in London - LIVE AT HAMMERSMITH - ist nicht in voller Länge veröffentlicht worden. Die Qualität dieser Aufnahme ist jedoch besser. 

Bildschirmfoto 2026-03-27 um 17.20_edite
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