LIVE IN THE HEART OF THE CITY - Whitesnake
Ein tolles Live-Album
Seit Ready an' Willing saß nun Ian Paice an den Drums. Das neue Album musste promotet werden. Seit April 1980 tourte die Band wieder. Nach zwei Auftritten in England ging es Japan um von dort aus wieder über die Insel herzufallen.

Hier tourten sie vom 01. Juni bis zum 01. Juli. Am 23.06. und am 24.06. traten sie erneut im Hammersmith Odeon in London auf. Dort liefen die Bänder mit. Die Band brauchte ein offizielles Live-Album. Dieses Werk erschien schließlich noch 1980 als einfache LP.
Das Management erinnerte sich wohl daran, dass ein Auftritt aus dem Jahre 1978 bisher nur in Japan erschien. Hier wurde die Band am 23.11.1978 ebenfalls im Hammersmith Odeon aufgenommen. Warum sollte man diesen Auftritt nicht auch bei dieser Gelegenheit mit an den Fan weiterleiten? So gab es unter dem selben Albumtitel künftig auch eine Live-Doppel-LP.
Der Auftritt von 1980 war jedoch der eigentliche Grund für die neue Scheibe, egal welche Version der Fan in den Händen hielt. Der Platz auf einer LP war schließlich begrenzt. So fiel "Ain't No Love in the Heart of the City" hinten runter. Für die remasterte CD-Version von 2007 fügte man diesen Song wieder hinzu.
Bei meinem Kauf der Doppel-LP waren so auf der ersten LP nur acht Titel zu hören. Als ich von der neuen Veröffentlichung erfuhr war ich nicht böse. So wurde der Mitschnitt authentischer. Den 2007 hinzugekommen Song füge ich an der Stelle der späteren Veröffentlichung einfach ein.
Der Mitschnitt auf der LP beginnt also mit "Come On". Gewohnt gekonnt hörte sich die Band an. Ich war begeistert. Typisch für diese Band ist der Rhythmus nicht sonderlich schnell. Mit einer großen Portion Power startet man in den Abend.
Gleich beim zweiten Song hört man einen aktuellen Titel. Bei "Sweet Talker" klatscht das Publikum fleißig mit. Der Stoff kommt an und war alles andere als fade. Gerade der Mittelteil ist stark gemacht. Noch im Song werden die Musiker präsentiert.
Wie gut "Walking in the Shadow of the Blues" wirklich ist hört man schon am Start. Hier wird dem Blues gebührend Zeit eingeräumt. In dieser Version wirklich stark inszeniert.
Mit "Lovehunter" geht es in die nächste Runde. Auch hier wieder bleibt die Band ruhig. Auf der Bühne ist allerhand los. Schon vom Start weg stampft das Teil dynamisch nach vorn. Auch der Solo-Part ist cool gehalten. Die Interaktion mit dem Auditorium ist schick.
In der LP-Ausgabe hätte ich nun das Zauber-Vinyl gewendet. In der bearbeiteten Version von 2007 braucht man das nicht. Man lauscht einfach weiter und hört das bis dato nicht veröffentlichte "Ain't No Love In The Heart Of The City".
Wieder eine tolle Version. Gut eine Minute länger als noch 1978 hört man wieder ein euphorisches Publikum. Schon nach dem Erkennen der Mitsing-Nummer spürt man die Freude. David glänzt wie immer stimmlich. Erstaunlich ist, dass die Band einfach spielt und alle im Saal mitgehen. Eine tolle Atmosphäre kann man erahnen. Immer wieder ist es toll zu hören wie alle einstimmen. Ein echter Höhepunkt und man fühlt sich ebenfalls dort unterhalb der Band. Unmerklich beginnt man mitzusingen.
Wieder zurück auf der damaligen Original-LP hört man dann drei Stücke des aktuellen Albums. Es beginnt mit "Fool for Your Loving". Die Single-Auskopplung ist bekannt. Ein wirklicher Hit der Band und verdammt gute Musik.
Mit "Ain't Gonna Cry No More" geht es stilvoll weiter. Es wird geschmachtet was das Zeug her gibt. Eine Hammer-Ballade mit einem extratollen David. Die sechseinhalb Minuten vergehen wie im Fluge. Dieser Titel ist cool und steht für die Band wie kein zweiter dieser Zeit.
Klar darf zu dieser Zeit der Titelsong des zu bewerbenden Albums nicht fehlen. "Ready an' Willing" wird natürlich ans Volk gebracht. Nicht ohne die Massen nochmals anzuheizen.
War auf TROUBLE "Take Me with You" einst der Opener so beendet er diese Aufzeichnung hier. Noch ein letztes Mal wird die sprichwörtliche Sau rausgelassen. Trosend geht alles in den Reglern unter.
Diese Aufzeichnung der Band war zu dieser Zeit ganz sicher notwendig. Jeder der wollte konnte sich davon überzeugen wie gut diese Band auf der Bühne zu Werke gingen. So konnte man zukünftig, neben der Mundpropaganda, auch einen tatsächlichen Beweis abliefern.
Ich für meinen Teil war über den Besitz des Albums sehr stolz. Live waren sie noch viel energischer und auch irgendwie vollkommener. Allein die Leute während der Musik zu hören - wie sie mitgingen und so - das war für mich der Inbegriff einer guten Live-Mucke. Dafür lebte ich. Bis heute höre ich mir die Aufnahme immer mal wieder an und erfreue mich daran.


