COME AN‘ GET IT - Whitesnake
Komm und hol dir dieses Album
Erst seit April des Jahres 1980 war das letze Album der Band auf dem Markt, da befanden sich die fünf Musiker im Juli desselben Jahres gleich wieder im Studio. Auch im September ˋ80 stand eine Session an. Im Januar ˋ81 schließlich war das neue Werk fertig. COME AN‘ GET IT erschien am dann endlich am 11. April 1981.

Unverändert blieb das Personal und auch der Stil. Die Band spielte auch wieder guten alten britischen Bluesrock mit einer gehörigen Portion gediegener Härte. Alles gut und soweit auch logisch. Auch der Erfolg der Band konnte gesteigert werden. Das Album erzielte in vielen Charts, gerade in Europa, vorderste Plätze. Auch die beiden Singles ernteten Lorbeeren.
Mit den Drums von Ian beginnt der Titelsong. "Come An‘ Get It" hat genügend Drive um in die Songreihenfolge einzutauchen. Hier fallen natürlich die sehr bestimmenden Gitarren der Herren Marsden und Moody auf.
Mit "Hot Stuff" geht die Band dann in die Vollen. Die schnelle und druckvolle Nummer ist im Grunde leider viel zu kurz. Hier gibt es fast schon Purple-Qualitäten.
Danach bricht "Don't Break My Heart Again" los. Dieser Song ist so ziemlich genau das was man von dieser Band erwartet. Kaum jemand kann sich dem Zauber der Melodie entziehen. Für immer rackert sich der Refrain im Hirn fest. Für alle Zeiten leuchtet der Bandname hinter den geschlossenen Augenliedern auf.
Der Titel wird somit auch die erfolgreichste der beiden Single-Auskopplungen zum Album. Was für ein Song. Kein Wunder dass er so beliebt wird. David Coverdale dominiert hier und ohne die Orgel vom Herrn Lord ist der Song nicht denkbar. Hier herrscht Herzschmerz pur und auch die Gitarren fügen sich gekonnt in die Struktur des Stückes ein.
Langsam und gediegen geht es mit "Lonely Days, Lonely Nights" weiter. Eine schöne Ballade. David singt über einem tollen Bandteppich.
"Wine, Women an' Song" ist eine dieser Vorzeigestücke. So habe ich die Band für immer abgespeichert. Vom Blues besessen und hart damit gerockt. Die Solos der Gitarristen sind flüssig und unterstützen sich. Eine coole Einheiz-Nummer.
Kurz verschnaufen und weiter geht es, das schwarze Runde Ding muss gedreht werden.
Die zweite Seite der LP startet gleich mit dem wieder mal stark gesungenen "Child of Babylon". Langsam in der Gangart ist es doch keine Ballade, sondern fast schon Prog-Rock. Die Auflösung hinten heraus ist einfach nur gut gelungen.
Mit "Would I Lie to You" folgt nun die zweite Single des Albums. Von beiden Auskopplungen war sie die Umterlegene. Man kann sich gut vorstellen warum. Eigentlich ist das Stück nichts besonderes; halt ein Midtempo-Rocker mit Blueseinschlag. Die Beine Wippen aber trotzdem mit dem Takt.
Fast schon funkig startet "Girl". Der Song gefällt in der Struktur und lebt vom Anfang bis zum Ende. Schick mit Jon‘s Orgel flankiert entwickelt sich ein hübsches Stück.
Als letzter wirklicher Höhepunkt geht bei mir natürlich “Hit an' Run“ in die Wertung. Ein wirklich guter Song mit einem richtig coolen Drive. Mir gefällt er besonders da ich die härtere Spielart der Band einfach schön finde. Die Struktur ist gut gelungen und der Titel bietet viel Abwechslung, gerade im Mittelteil bevor die Gitarren einsetzen. Leider viel zu kurz.
Die letzte Sentimentalität am Ende des Albums ist schön anzuhören. Gerade die klassische Gitarre ist bezaubernd und führt über in den Gesang. Mein Fall sind diese Schmacht-Songs nicht. Man muss jedoch David eingestehen, dass seine Stimme dazu geeignet ist wie keine andere. Als Abschluss jedoch passt "Till the Day I Die" hingegen. Er ist wieder ein deutliches Erkennungszeichen der Band. Breit mit Orgel zum Abschied.
Ein wirklich gelungenes Stück Schlangenarbeit kann man der Band am Ende attestieren. Das Album gefällt weil sich die Musiker gegenseitig unterstützen und man den Blues nicht aus den Augen verliert. Ein kleines Stück Romantik an die gute alte Schlangen-Zeit. Höhepunkte gibt es reichlich und kein Whitesnake-Fan wird die Güte des Albums ernsthaft infrage stellen.
Auch dieses Album wurde in den verschiedensten Varianten auf den Markt geworfen. Es gibt Vinyl und CD-Ausgaben davon. So finden sich eine Reihe von Sonderausgaben darunter.
Bemerkenswert ist hier vor allem die 2006 erschienene Remastered Edition. Neben den Original-Songs finden sich auch alternative Schnitte der Albumtitel. Alle hörenswert, jedoch muss man diese direkt miteinander vergleichen. Nimmt man sich die Zeit so merkt man deutliche Unterschiede. Im Grunde reichen jedoch auch die Originale vollkommen.
Diese Originale hingegen werden auch hier wieder soundmäßig aufgefrischt. Wie schon beim Vorgänger ist hier eine tolle Aufarbeitung gelungen. Alles klingt wirklich klasse und ich höre sie ständig rauf und runter.
Mir gefällt das Album es sehr gut. Die Band ist auf dem Höhepunkt ihres Schaffens und das ist deutlich zu hören. Was schwer zu glauben war, geschah leider. Nach der Live-Tour zum Album veränderte sich alles. Noch schnell wurden die ersten Studio-Aufnahmen für den Nachfolger SAINTS & SINNERS erstellt, dann zerfiel die Band. Doch das ist wieder eine andere Geschichte. Sie wird später erzählt.


