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LIVE AT THE BUDOKAN - Ian Gillan Band

Leider nur unvollkommen

Die Band kam frisch aus dem Studio. Sie hatten ihr neues Album Scarabus aufgenommen. Dieses erschein dann im Oktober des Jahres. Nun zogen die Herren auf Tournee um ihr neues Album zu promoten.

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Vom 12.09. bis zum 22.09.1977 waren sie in Japan unterwegs und geben sechs Konzerte. Das letzte dieser Konzerte wurde aufgenommen. Das Material war im Grunde nur für den japanischen Markt gedacht, doch es kam anders.

Dokumentiert ist auf zwei Vinylscheiben der Auftritt in der Budokan Hall in Tokyo. Die Band war gut drauf und wohl auch gut eingespielt. An diesem Abend bot die Band einige Stücke von den beiden erschienenen Alben und auch Titel des im Oktober herauskommenden dritten Werkes. 

 

Die Band hatte sich verändert. Mit den frischen Bläsern fehlte auch der auf dem Album zuvor vorhandene Jazzhauch. Die Band ist hier deutlich härter zu hören. Es swingt noch ein wenig jedoch überwiegt hier nicht mehr dieser Fusionsgedanke der Alben davor.

 

Die Band spielt prächtig und Ian ist glänzend in Form. Eröffnet wird der Auftritt mit  “Clear Air Turbulence“. Der Titel wirkt wesentlich härter gespielt und dadurch gefälliger. Er ist immer noch vertrackt, jedoch rockiger und nicht mehr so ausgeklügelt wie auf dem gleichnamigen Album. 

 

Weiter geht es mit “My Baby Loves Me“. Hier brilliert Ian einfach genial. er singt den Song wirklich klasse und die Band stützt dieses mit einem messerscharfen Soundbett. Allein die wirklich gute Gitarre von Herrn Fenwick ist hier eine Bemerkung wert. Auch Colin Towns drückt hier mächtig die Tasten.

 

Mit “Scarabus“ (dem Titelsong des neuen Albums) geht es dann weiter. Man kann schon hier in die Zukunft schauen. Der Titel wird sicher gut und professionell wieder gegeben. Mir gefällt der Song nicht unbedingt und er zählt auch nicht zu den besten Songs der Band. 

 

Bei “Money Lender“ hingegen geht die Post ab. Dieser Song ist einfach spitze. Das gilt für die Dynamik als auch für den vertrackten Rhythmus. Auch wenn hier die Leichtigkeit der Studio-Aufnahme fehlt ist es immer noch ein richtig toller Song. Die Tempowechsel gelingen und zeigen wie stark die Band im Grunde war. 

 

Wieder mit neuen Stoff versorgt die Band das Publikum. “Twin Exhausted“ ist ganz gewiss kein Überbrenner. Er rockt jedoch tüchtig nach vorn und weißt eindeutig in die neue rocklästige Ära der Band. Wieder muss man der Band wirkliche gutes Zusammenspiel attestieren. 

 

Mit “Over the Hill“ wird es noch mal leicht jazzig und man spürt im Grunde nochmals die Seele der beiden Scheiben zuvor. Auch dieser Titel ist in seinem Rhythmus um Welten schöner angelegt als die Titel des dritten Albums. Ich liebe diesen Stil und freue mich darüber. Hier jedoch rockt der Song gewaltig. In der Aufführung jedoch immer noch ein Meisterstück. 

 

Mit “Mercury High“ folgt noch ein aktueller Song vom im Oktober erscheinenden neuen Album. Nicht besonders beachtenswert, aber von der Band gut vorgetragen. 

 

Mit “Child In Time“ jedoch beginnt der flache Teil des Albums. Mit dem Flöten-Intro ist dieser Song einfach anders. Er wirkt aber in dieser Fassung jedoch entzaubert und fast schon zerstört. Die Albumfassung aus dem Jahre 1976 jedoch wirkt schöner und lyrischer. Hier taugt sie nur als Einstimmung für andere Purple-Stücke. 

 

Was dann mit “Smoke On The Water“ und der Zugabe “Woman from Tokyo“ geschieht grenzt dann doch an Verhunzung. Die Titel wurden schlecht eingeleitet und dann auch nicht konsequent im Mittelteil umgesetzt. Der Abend endetet so im im Grunde flach und dem Anspruch der Band nicht angemessen. 

 

Was am Ende bleibt ist leider der in Vinyl festgehaltene Versuch eine Band zu verbiegen. Von wirklich gutem Fusions-Rock hin zu einer Hard-Rock-Band. Ich vermute das Management drückte und sorgte somit wegen fehlender Erfolge der ersten beiden Alben für dieses Teil-Fiasko. 

 

Das Album wurde vorerst in Japan als Einzel-LP (Volumes I [1977] & Volumen II [1978]) veröffentlicht. 1983 entschloss sich dann das Label Virgin beide Teile als ein Album auch für den Rest der Welt zugänglich zu machen. 1989 und 2007 wurde es dann neu bearbeitet. 

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