GILLAN - Gillan
Leider nur in Übersee erhältlich
Seit Jahresbeginn 1978 war die Ian-Gillan-Band Geschichte. Ian suchte nun nach neuen Mitstreitern um seinem Solo-Projekt auf die Beine zu helfen. Er wollte deutlich härtere Sachen machen. Nur Colin Towns blieb als Tastenmann neben ihm.

Also suchte sich der Herrn Gillan eine neue Besetzung. Als Gitarristen fand er den Session-Musiker Steve Byrd. Hinter dem Schlagwerk fand sich Liam Genockey ein. Am Bass zupfte John McCoy.
Vom Juli bis zum August 1978 fand man sich in den Kingsway-Studios in London. Hier spielte man dann 10 Songs ein. Sie sollten das Fundament des ersten Albums der neuen Band des ehemaligen Deep Purple Sängers werden.
Das Album wurde jedoch ab September 1978 nur in Japan, in Australien und in New Zealand veröffentlicht. Nur einige Ausgaben davon gab es als Importe in Großbritannien. Es verkaufte sich gut und es fand so auch Beachtung.
Auf Grund dieser Geschichte blieb das Album allerdings in Europa weitgehend unbeachtet. Das änderte sich dann erst beim Nachfolger - der Scheibe Mr. Universe 1979. Einige der Songs aus diesem Album wurden dann auch für diese Veröffentlichung verwendet.
Es startet mit "Second Sight". Dieses kleine Stück findet später 1979 ebenfalls als Einleitung für "Secret Of The Dance" Zeit und Raum. Auch beim ersten Album hier befanden sich beide Songs in derselben Reihenfolge. Gerade hier merkt man den deutlich härteren Ansatz im Spiel der Musiker ein Jahr später.
"I'm Your Man" ist dagegen ein sich müde hinschleppender Song. Es ist mit einem schweren Riff versehen und will so recht nicht zünden. Der Hörer wartet immer auf ein großes Finale, doch es kommt nichts. Auch bei "Dead Of Night" ist es ähnlich. Beide Songs sind guter durchschnitt und in der Umsetzung gut.
Mit "Fighting Man" allerdings geht es dann gut los. Dieser Titel wird mit dem Piano gut eingeleitet und die Band steigt dann ein. Schön gemacht das alles und Ian singt einfach hervorragend. Getragen von einer kleinen und doch tollen Melodie hebt sich dieses Stück deutlich ab. Wahrscheinlich findet es deswegen den Weg auf Mr. Universe im Jahr darauf.
Mit "Message In A Bottle" beginnt dann die zweite Seite des Albums. Auch hier zeigt sich eine entsprechende Härte. Der Grundrhythmus des Songs zündet. Verbunden mit dem tollen Bass einfach toll zu hören. Leider viel zu kurz. Auch dieser Song findet später in einer anderen Variante auf Mr. Universe Verwendung.
Bei "Not Weird Enough" wird es wieder flacher. Wieder will das Gehörte nicht so recht zünden. Wäre da nicht die kleine Orgeleinlage in der Mitte des Songs. Sie ist einfach toll und überzeugt. Auch der Gitarrenpart überzeugt halbwegs.
"Bringing Joanna Back" ist eher Durchschnitt und schafft es kaum nachhaltigen Eindruck zu vermitteln. Leider zündet auch "Abbey Of Thelema" nicht. Warum das so ist weiß ich nicht. Irgendwie ist es so. Gerade beim letztgenannten hat man den Eindruck die alte Ian-Gillan-Band gibt es noch.
"Back in the Game" hingegen ist nun wieder ein echter Hard-Rocker. Hier geht es hart zur Sache und man merkt die neu gewonnene Härte. Einfach klasse gespielt dieser Titel. Ein wirklicher Höhepunkt zum Schluss des Albums.
Als The Japanese Album wurde das Album dann mit Extras und Bonus-Titeln 1993 wiederveröffentlicht. Im Grunde hört man in den ersten zehn Titeln vom Erstwerk der Band Gillan. Nur beim ersten Song gibt es das Instrumental "Street Theatre". Dieses Stück könnte eine frühe Variante von "Second Sight" sein. So gleicht es sich im Motiv schon sehr.
Das Album ist ein gelungener Start. Bei Live-Auftritten unterstützte dann Pete Barnacle an den Drums die Band. Schon nach dem Reading and Leeds Festival am 27.08.1978 ersetzte Ian dann den Gitarristen. Nun stand Bernie Tormé auf der Bühne. Auch am Schlagwerk gab es Veränderungen. Sollte erst Ian Paice folgen; zerschlug sich das jedoch und Mick Underwood stieß zur Band. Beide kannten sich von Episode Six. Diese Zusammensetzung galt dann als die klassische Besetzung der Band.


