MR. UNIVERSE - Gillan
Die zweite Zündung nun weltweit
Nachdem sich nun die Stammbesetzung im Zeitrahmen 78/79 gefunden hatte ging es ans Zusammenstellen eines Albums. Wie schon gut ein Jahr zuvor entschloss man sich in den Kingsway-Studios in London das neue Material einzuspielen. Von April bis Juni 1979 probte man und stellte einige neue Titel auf die Beine.

"Second Sight" war als Opener der Scheibe bekannt. Auch "Secret Of The Dance" war schon auf dem einstigen Einsteiger-Album der Jahres zuvor. Vermutlich wurden beide Titel neu eingespielt. Bei beiden Titeln fällt auf, dass sie sich druckvoller und härter anhören. Erstaunlich wie schnell hier "Secret Of The Dance" gespielt wird.
Mit "She Tears Me Down" gönnt man dem Zuhörer etwas Ruhe. Es geht besinnlicher zu bis schließlich "Roller" den geneigten Zuhörer aus den Dämmerzustand reißt. Was für ein Song, welcher Speed, welch eine Gewalt. Mit seinen gut viereinhalb Minuten ist dieses Stück einfach zu kurz. Irre Gitarrenläufe wechseln mit genauso schnell dahin gehexten Orgel-Passagen. Bis zum Ende ist alles kompromisslos hart gespielt.
Mit dem Titelsong des Albums geht die erste Seite zu ende. "Mr. Universe" ist ein würdiger Titelsong der Scheibe. Auch hier gibt es Power ohne Ende. Mit einer Orgelimprovisation steigt von Beginn an die Spannung. Auch hier gelingt es der Band diese zu halten; wenn auch in geringerem Tempo. Wiederum findet sich ein wirklich gut passendes Gitarrensolo. Es wirkt fast wie live gespielt.
Mit "Vengeance" nun startet die zweite Seite genauso druckvoll wie die erste endete. Immer wieder hört man eine überaus harte Gitarre gut verpackt in allerlei Orgelspiel. Echt gut gemacht und unterhaltsam obendrein.
"Puget Sound" ist eher mittelgut. Mir gefällt der schwerfällige Grundrhythmus nicht so recht. Es hat schon was von Blues. Das Stück ist gefällig und passt in der Härte aber gut zum Rest des Albums.
Mit "Dead Of Night" hören wir einen alten Bekannten aus dem ersten Album. Im Grunde ist der Titel identisch und passt auch wieder toll in das Gefüge der Veröffentlichung. Das Gleiche gilt auch für den nächsten Song.
Auch "Message In A Bottle" kannte der geneigte Hörer vom Album zuvor. Wieder kompromisslos wird es hart intoniert. Vermutlich wurden beide Titel auch neu eingespielt.
Auf dem Album explizit mit eigenen Linernotes angegeben ist dagegen "Fighting Man". Hier wird direkt auf die Urheberschaft aus dem Album davor abgestellt, indem die anderen beteiligten Musiker vermerkt sind. Gut so, nicht nur des Titels wegen. Dieser Song passt wie angegossen in das LP-Gefüge und bildet einen schönen lyrischen Abschluss.
Ein Album, welches rundherum überzeugt und ein potentes Bild der Band abliefert. Schick im Stil der beginnen New Wave Of Heavy Metal passt das Album wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Gillan hatte sich durchaus neu erfunden. Die Abkehr vom Jazz war vollzogen und die Härte war überall zu spüren. Eine wirklich tolle Aufnahme, welche durch wiederholtes Hören scheinbar immer besser wird.
In Japan, Australien und New Zealand kam das Album in veränderter Form auf den Markt. Hier startete es mit "Vengeance", gefolgt von "Mr. Universe". Es folgten "She Tears Me Down". Die erste Seite schloss dann "Your Sister's On My List". Ein Non-Album-Song, welche später als B-Seite der Trouble-Single wieder veröffentlicht wurde. Die zweite Seite begann dort mit dem kurzen Instrumental „Street Theatre". Weiter ging es dann mit "Roller" und "Puget Sound".
Die beiden letzten Songs dieser Seite stammen aus den Aufnahmesessions wurden jedoch nicht für’s Album verwendet. "Move With The Times" und "Sleeping On The Job" geht dann auch die B-Seite der Scheibe zu ende. Beide Stücke findet man auch auf der Scheibe The Japanese Album.
Die besonderen Formen der Veröffentlichungen lassen das ganze Unterfangen umständlicher und komplexer erscheinen. Am Ende bleibt ein wirklich gutes Ergebnis, welches auch hinreichend gewürdigt wurde. Ein Achtungszeichen war nun auch international gesetzt. Es dauerte jedoch noch etwas bis das alles Früchte trug.


