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GLORY ROAD- Gillan

Das wohl Beste der Band

Von April bis zum Mai 1980 versammelte sich die Band wiederum in den Kingsway Studios. Das neue Album sollte gestaltet werden. Die Band war seit MR. UNIVERSE unverändert und so ging man daran das neue Material zu schaffen.

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In dieser Zeit entstand dann das ultimative Gillan Album. Mit GLORY ROAD zündete die Band eine weitere Stufe des Erfolges. Die Musik wurde nochmals ein Stück härter.

Mit einem kurzen Drum-Doppel-Schlag bricht sich als erstes "Unchain Your Brain" den Weg zum Hirn. Hart und ohne Einleitung erfährt der geneigte Hörer worum es auf diesem Album geht. Harter Rock ohne Kompromisse. Eine Eröffnung nach Maß.

 

Mit einem tollen Bass startet dann "Are You Sure?". Auch kein Titel für Weicheier. Einfach stark im Rhythmus und die Bassline steht bis zum Ende. Beeindruckend welche Power da rüber kommt. 

 

Die erste Verschnaufpause gibt es bei "Time And Again". Den Song als Ballade zu bezeichnen wäre echt falsch. Langsam, jedoch immer hart gespielt, gelingt es der Band hier die Spannung auf einem hohen Niveau zu halten. Immer durch die Orgel im Grundteppich gehalten entfaltet sich ein cooler Song mit genügend Drive um nicht langweilig zu werden. 

 

Einer der Höhepunkte ist definitiv "No Easy Way". Allein der Start ist einen Sonderstatus wert. Wunderschön hart spielt sich hier Bernie in den Song. Ein cooles Solo das gut zum späteren Song passt. Es gibt keinen einfachen Weg; jede Note schreit diese Botschaft. Einfach toll und zeitlos.

 

Auch "Sleeping On The Job" steht dem Song davor in Nichts nach. Der Eine oder Andere kennt den Titel schon aus den Veröffentlichungen davor als Bonus oder Austausch-Song. Hier am Ende der ersten Seite bildet er einen schönen melodiösen Ausklang. 

 

Hat man erst die Scheibe gedreht beginnt "On the Rocks". Die pompös gehaltene Einleitung wirkt fast schon wie bei Pink Floyd oder bei Rainbow. Geschickt wird hier mit Tönen gespielt. Das hört sich einfach toll an und macht Eindruck. Die Passage hat fast einen klassischen Einschlag. Bis das Riff dann beginnt. Schwer stapft das Stück vor sich hin. Ein richtig starker Rocker entwickelt sich so. Wieder einmal hört man wie gut die Band klingt.

 

"If You Believe Me" bringt wieder Ruhe in die Hörmuscheln. Ian kann flehen und ringt um Glaubwürdigkeit. Was für ein Song das ist merkt man erst in der Mitte. Es Bluest an jeder Ecke. Nicht jedoch zart, sondern Knochen trocken und hart. So kann Blues auch klingen. Wunderschön mit der Gitarre verziert und auch nicht überzogen. Zusammen mit dem tollen Bass eine starke Leistung. Auch die Piano-Einlage ist toll und gut in den Song integriert. Und Ian singt dazu einfach stark. Ein weitere Meilenstein dieser Band.

 

Mit "Running, White Face, City Boy" geht es in die letzte Phase. Im schnellen Takt wird man durch diesen Song gejagt. Irre druckvoll und schnell entsteht so eine gewisse Hektik. Sie passt und reißt unweigerlich mit. Verdammt warum sind drei Minuten nur so kurz!

 

Der letzte Song passt jedoch im Thema. "Nervous" ist ein schwerer Rocker voller Gewalt und Schwermut. Ian singt diesen Titel aber dermaßen gut, dass er fast nur von ihm lebt. Auch hier erkennt man die schwere Grundlinie der Band und des Albums an sich.

 

Diese Scheibe war schließlich sehr erfolgreich und erreichte hohe Charts. Wenn man sich Zeit nimmt und der Musik zuhört wundert es einem auch nicht. Die Band war nun angekommen im obersten Bereich des Genres.

 

Zum Zeitpunkt des Erscheinens im Oktober 1980 erschien das Album im Vereinigten Königreich als Doppel-LP. Die zweite Scheibe wurde betitelt: FOR GILLAN FANS ONLY. Eine Scheibe voller Überraschungen. 

 

Ian und seine Mitstreiter setzten den Songs kleine Intros davor. Sie sind lustig und nehmen die Band gehörig auf die Schippe. Einfach cool das Ganze und einfach nicht zu toppen. Bei der CD-Veröffentlichung 1989 wurde ein großer Teil der Stücke an das Album einfach angehängt. Erst 2007 kam es in Form einer Doppel-CD dann zur vollständigen Veröffentlichung aller Songs. 2012 folgte eine erneute Ausgabe als Doppel-LP.

 

Ich kann jedem Fan nur dringend raten sich dieses Tondokument unbedingt zuzulegen. Die Titel und deren Zusammensetzung - gerade mit den Intros - sind einfach stark. Die humorvollen Pausen lockern das Unterfangen sehr auf. 

 

Besonders gelungen finde ich "Redwatch". Schon allein die Ansage vorm Song ist cool. Die Drums sind einfach stark. Mick Underwood geht sowieso ein wenig unter auf dem Album. Zu Unrecht wie ich finde. Ein starkes Instrumental. 

 

Auch das wesentlich härtere und mit neuem Ende ausgestattete "Abbey of Thelema" ist erwähnenswert. Die Querflöte am Ende ist lyrisch angemessen und deutlich länger. Ein Stück nicht für jeden; halt für Gillan-Fans.

 

Es gibt viele tolle Titel zu entdecken. So zum Beispiel der von Rose Marie McCoy und Charles Singleton stammende Song "Tryin' To Get To You" von 1954. Überhaupt nicht angestaubt das Ding. Oder das toll schnelle "Come Tomorrow". Das Teil passt zur Band.

 

Nicht vergessen werden sollten "Dragon's Tongue" und "Post-Fade Brain Damage". Beide Stücken wirken noch wie Studio-Improvisation; ungeschliffen und daher ehrlich in der Wirkung.

 

Am Ende bleibt ein Album, welches sowie von den Titeln her, als auch von den Zugaben absolut beachtenswert erscheint. Ein echtes Stück Gillan. Der Erfolg gab der Band recht und man sah in eine rosige Zukunft. 

Bildschirmfoto 2026-04-05 um 11.55_edite
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