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FIRST OF THE BIG BANDS - BBC RADIO 1 LIVE IN CONCERT 1974 - Tony Ashton & Jon Lord

Einzigartiges Konzerterlebnis der besonderen Art

Seit April 1974 war das Album auf dem Markt. Wer hätte gedacht dass sich so ein Monsteralbum wie FIRST OF THE BIG BANDS live so aufführen ließe.

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So standen 21 Musiker am 12. September 1974 auf der Bühne des London Palladium. Das Konzert wurde von der BBC aufgenommen für die Radio-Sendung BBC Radio 1 "Live in Concert". Über den Sendetermin ist mir nichts bekannt.

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Auf der Bühne waren natürlich Jon Lord und Tony Ashton. Das dritte Tasteninstrument bediente Max Middleton. Ebenso dabei waren die zwei bekannten Schlagzeuger Ian Paice und Carmine Appice. Neben diesen gaben sich Ray Fenwick und Jim Cregan an den Gitarren die Ehre. Am Bass zupfte Pat Donaldson. Neben diesen Instrumenten gab es noch eine Bläsergruppe von sechs Personen und ein Backround-Chor von sieben Sängern. 

 

Diese zu Recht als Big Band bezeichnete Truppe heizte auf der Bühne mächtig ein.  Gleich mit einer schönen Drum-Einlage beginnt "We're Gonna Make It". Ein druckvolles Stück nahe am Original und doppelt so lang gespielt. Druckvoll startet es den Auftritt. Man achte nur auf die Gesänge auf der Bühne. Tony Ashton wird hier vom Chor dynamisch unterstützt. 

 

Als nächster Song schleppt sich "I've Been Lonely" über die Bühne. Man höre nur die tollen Bläser über den tollen Orgelteppich. Über allem schwebt die raue Stimme von Tony. Cool und nicht eine Minute langweilig. Immer wieder findet man neue Stellen an denen man hinhören muss. Schön wie sich der Song gut eine Minute vor seinem Ende zerlegt.

 

Mit "Silly Boy" wird es poetisch. Ein schöner und langsamer Rocktitel. Ihn als Ballade zu bezeichnen täte ihm unrecht. Der Song tröpfelt so vor sich hin, zusammen mit dem Hintergrund-Gesang und den fantastischen Bläsern entwickelt sich hier fast schon eine Jazz-Atmosphäre. Er pendelt ein wenig ins Schnulzige ab doch er fängt sich schnell wieder.

 

"The Jam" legt sich danach richtig ins Zeug. Beide Hauptakteure hauen gewaltig in die Tasten bis sie den Gitarristen freien Raum lassen. So ein Stück braucht keinen Gesang und Bläser. Es groovt derweilen auch gern. Immer wieder tauchen die Tasteninstrumente auf. Zwischendurch darf man den Drummern bei der Arbeit zuhören. Nie verliert der Song seinen Rhythmus. Unheimlich stark gemacht. 

 

Dank "Downside Upside Down" kehrt die restliche Scharr der Musiker wieder im Soundgefüge auf. Wieder entfaltet sich die Band in der ganzen Breite der Bühne. Die Musik klingt frei, frisch und ungezwungen.

 

Mit "Shut Up" Hören wir den kürzesten Titel der Aufnahme. Wieder mit den Drums eingeleitet geht es funkig durch die gut drei Minuten. Die Füße wippen und man erfreut sich über die Leichtigkeit des Seins. 

 

"Ballad Of Mr. Giver" kann man getrost als einprägsamstes Stück des Studio-Albums bezeichnen. Sein Rhythmus kämpft sich nach vorn. Das Teil wirkt druckvoll vorgetragen und pulsiert bis zu seinem Ende. Dazwischen liegt jede Menge tolle Momente und eine starke Intonierung durch eine fantastische Band. 

 

Als letztes Stück vorm großen Finale wird "Celebration" angestimmt. Schön mit akustischer und elektrisch verstärkter Gitarre singt hier Tony und lässt hier der Ruhe Raum. Episch erhebt sich dann der Refrain mit Chor. Auch wieder schön gemacht und druckvoll ausgekleidet mit einem Drum-Zwischenakt. Man hört fast Country-Anklänge heraus. Wieder am Rand der Schnulze, jedoch in keiner Note überzogen in der Dramatik.

 

Zum Ende der Aufzeichnung gibt es ein Musikstück, welches schon mehrfach bei verschiedenen Anlässen mit anderen Musikern erklang. "The Resurrection Shuffle" ist ein alter Vertrauter, welcher nie langweilig wird. Hier Zucken die Füße und man wiegt sich im Takt der Mucke. Ein wirklich starkes Stück - auch hier wieder aktiv durch die Bläser unterstützt. Wenn man so will eine echte Auferstehung des Titels aus den Tiefen des Business. Schön ausgeschmückt mit Solos der Saxophonisten und der Trompeter. Überlappt vom Chor im Hintergrund ist die Aufnahme auch schon wieder beendet. Noch einmal erhebt sich das Stück bis es dann endgültig verstummt.

 

Was für eine Aufnahme! Ich höre mir die Scheibe immer mal wieder an. In jeder Sekunde des Auftritts spürt man Professionalität und Spaß bei der Arbeit. So viele Musiker unter einem Hut zu bringen war gewiss nicht einfach und für die damalige Zeit etwas ganz besonderes. Die Vielfalt des Dargebotenen ist meiner Meinung das wichtigste Argument zum Genuss dieser Musik.

 

Jenseits aller Genres hörte man hier einer gut abgestimmten Band zu. Die beteiligten Musiker wollten sich nicht übertrumpfen, sondern standen geeint auf den Brettern die die Welt bedeuten. Sie fingen den wohlverdienten Applaus für eine großartige Gesamtleistung auf. Gemeinsam gingen sie in der Musik auf und verschmolzen zu einer humanen Melodien erzeugenden Maße. 

 

Wenn es ein Beispiel für einen geglückten Auftritt geben müsste, so würde dieser hier ganz oben in der Reihe stehen. Wunderschön und einzigartig steht diese Aufnahme für ein Musikverständnis einer vielleicht (oder leider) schon vergessenen Zeit. Hier erlebt man sehr viele Musiker im Einklang - halt die Erste der Big Bands.

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