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NOBODY IS PERFECT - Deep Purple

Längst untergegangen, unmotiviert zusammen gestückelt 

Während der Tour zum Album THE HOUSE OF BLUE LIGHT liefen die Bandmaschinen bei verschiedene Konzerten. Vom Mai 1987 bis September 1987 wurde das Zusammenspiel der Band auch offiziell aufgezeichnet.

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Die Aufnahmen wurden dann vom 11. Februar bis zum 16. März 1988 abgemischt. Am 26.02.1988 kam es zu einer Neueinspielung des ˋ68 entstandenen Song "Hush".

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Der Band an sich ging es nicht so gut. Im Grunde waren sie wieder tief zerstritten. Mitte Januar 1987 war das neue Studio-Album auf dem Markt. Die Tour dazu startete an drei Abenden in Budapest (Ungarn). Vom 26. Januar bis zum 28.Januar stand man vor einem gespannten Publikum und spielte sich ein. Am 07.September ’88 ging die Tour in Verona (Italien) zu Ende. Seit Oktober 1987 betrat man nicht mehr gemeinsam die Bühne.

 

Wahrscheinlich benötige die Plattenfirma ein Live-Album zum neuen Studio-Werk. Also entschloss man sich Mitschnitte aufzunehmen. Wie immer war die Band eigentlich an neuen Live-Material nicht sonderlich interessiert. Also wurden aus diversen Live-Auftritten einfach Titel übernommen und dann wieder neu zusammengefügt. Es entstand so ein Stückel-Album welches vielleicht einem Best-Of-Album ähnelt. 

 

Die Songs auf dem Album sind alle routiniert heruntergespielt. Sie sind nicht übel und Ian Gillan ist gut bei Stimme. Auch Ritchie hört sich echt gut an. Über die Leistung von Jon muss man nicht diskutieren. Die Rhythmus-Fraktion (Roger und der andere Ian) sind auch vertreten. Allerdings fehlen Solos der beiden.

 

Als Höhepunkte des Albums sind vor allem die Stücke vom neuen Album zu sehen. "Hard Lovin' Woman" und "Bad Attitude" finde ich gut gelungen. Sie wirken druckvoll und kräftig. Aber das meisterlich vorgetragene "Dead Or Alive" ist ganz sicher auch toll gespielt. Warum dieser Sing erst auf der Doppel-CD veröffentlicht wurde und auf der Doppel-LP fehlte; dafür gab es bestimmt Gründe. Nur kann das der geneigte Fan nicht nachvollziehen. Warum wurde er bei den Veröffentlichungen auf Kassette berücksichtigt und warum fielen dann bei anderen Versionen andere Songs wieder aus dem Set?

 

Jon‘s furioses Tastenspiel zu Beginn von "Knocking At Your Back Door" ist wunderschön und gibt diesem Song einen tollen Start. Leider wurde es total aus den Konsens des wirklichen Auftrittes entrissen. Zuvor startete eigentlich "Child In Time" dann folgte "Difficult To Cure" und erst dann wurde "Knocking At Your Back Door“ ans Volk abgelassen. Der Hörer hört diese sinnlose Zerstümmlung des Bühnenwerkes nicht. Alles beginnt mit einer Blende und endet entsprechend.

 

Erst im nächsten Song des Live-Albums (also im Anschluss an "Knocking At Your Back Door") hört man so den Epos vom ewig Geplagten, der den Kugeln ausweicht. Natürlich ist "Child in Time" ein Meilenstein und auch in dieser Version richtig gut. Warum jedoch gibt man der Präsenz der Band diesen falschen Drive. 

 

Die restlichen Songs verkümmern zur Füllnummer. Sie sind ganz sicher alle auf hohem Niveau gespielt und hören sich wirklich toll an. Am Ende stellen sie jedoch nur ein Sammelsurium dar, welches, aus welchen Gründen auch immer, nicht schlüssig wirkt. Mich reißt das Gehörte nicht mit. Alles wirkt künstlich und überhaupt nicht authentisch. 

 

Da rettet auch nicht das Anspielen der Melodie von "Under The Gun" im Ansonsten guten "Hard Lovin' Woman", oder in "Strange Kind Of Woman" das Anklingen von "Jesus Christ Superstar". Auch wenn "Woman From Tokyo" mit Buddy Holly‘s "Everyday" ergänzt wird bleiben trotzdem Lücken. 

 

Diese Lücken wollen sich einfach nicht schließen. Es fehlen Songs wie "Mitzi Dupree" und "Call Of The Wild". Auch diese wurden während der Tournee gespielt. Warum hat man diese wenigstens nicht mit auf die CD geklatscht. Wäre doch eh alles egal dann. Warum opfert man nicht die Studio-Version von "Hush" und lässt "Difficult To Cure" zur Ehre kommen?

 

Das Ganze ist im Grunde eine Blamage. Hier herrschte eine Ideenlosigkeit die schon schmerzt. Was sollten die Versionen bekannter Stücke? Jeder Fan hat unzählige Versionen davon im Portfolio. Warum schustert man im Live-Set dieser großartigen Band so stümperhaft herum?

 

Ein besseres Live-Dokument wäre es gewesen, wenn man sich für eines der aufgezeichneten Konzerte in Gänze entschieden hätte. Dieses hätte man bearbeiten können und anschließend veröffentlicht. Das wäre was für den Fan. Auch andere der Band bisher ungeneigte Personen könnten so Spaß an dem Dargebotenen haben und als neue Fans durchstarten. Auf die Studio-Aufnahme von "Hush" hätte die Welt verzichten können. Der echte Fan hätte sich das Teil auch auf einer Single geholt. Diese hätte man noch limitieren können. 

 

Ian Gillan ging letzten Endes im April 1989. Genauer gesagt musste er gehen. Ritchie hatte keinen Bock mehr auf den ewigen Widersacher. Die Besetzung zerbrach jedoch nicht wie 1973. Roger Glover durfte bleiben. Alle schlossen den alten Sänger aus und so bekam Joe Lynn Turner das Micro in die Hand. Ian machte mit Solo-Projekten weiter. 

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