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THE BATTLE RAGE ON - Deep Purple

Eine Band geht unter im Streit der Gemüter

Joe Lynn Turner hatte ausgedient. Die Fans und vor allem die Plattenfirma hatten dem Unterfangen einen Riegel vorgeschoben. Ian Gillan wurde wieder eingezogen. Einige Songs waren schon für Turner geschrieben. Ian überarbeitete diese erneut. Wo die Tonspuren mit Joe Lynn Turner verblieben (falls es diese je gab) – wer weiß das schon? Ritchie vielleicht?!!

Im Juli 1993 erschien das Album. Verkauft wurde es als die große Rückkehr der besten Besetzung. Hier gab es vor allem einen ständigen Zwist zwischen dem Sänger und dem Gitarristen. Denn genau dieser wollte Ian eigentlich nicht zurück. Auch auf der Bühne wurde das deutlich und die Schlacht fing erst richtig an.

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"The Battle Rage On"; was für ein Titel – nicht nur fürs Album – nein auch als Song. Wirklich gut gespielt mit jeder Menge Purple-Sound und wirklich gutem Text. Von der Presse wurde der Titel quasi als Zustandsbeschreibung der Band missbraucht. Das war er jedoch nur bedingt. Im Grunde ein gutes Stück Aufforderung zu mehr Frieden auf der Welt. So politisch war die Band selten.

 

"Lick It Up" ist kein Glanzstück der Band. Locker und leicht verstreichen die gut drei Minuten. Ian singt wirklich gut. Es bleibt jedoch nur als Bindeglied zum nächsten Song haften. 

 

Der Überhammer auf dieser LP jedoch ist die Ballade "Anya". So etwas erwartete der Fan. Wie beim unvergessenen "Child In Time" war auch hier ein Klassiker geboren. Erst langsam und dann raffiniert im Mittelteil um dann einfach cool zu enden; das war einfach einzigartig. Ein reines Kind des Herrn Blackmore. Gerade Live wurde es immer schneller und war ein steter Quell des Spielflusses und der Improvisation.

 

Die Band schaffte es leider nicht den hohen Durchschnitt zu halten. Mit "Talk About Love" geht es in die nächste Runde. Das Stück ist sicher noch eines der besseren. 

"Time To Kill" rockt auch ganz gut. Ein schicker Refrain kleidet sich mit schönen Riffs. Nicht uninteressant und gut gemacht. Beide Stücke sind melodiöse Ohrwürmer. Gitarre und Orgel sind einfach zu brav. So bleibt leider nichts zurück. 

 

Erst bei "Ramshackle Man" erwacht der Fan wieder. So in der Art stellt man sich die Musik vor. Vom Blues gepackt hört man hier eine gute Nummer. Ganz sicher stellt dieses Stück einen weiteren Höhepunkt dar. Er begreift hier spielt seine Lieblingsband.

 

Das rasende "A Twist In Th Tale" ist schnell im Grundrhythmus und glänzt auch mit einer tollen Melodie. Irgendwie hat man trotzdem das Gefühl alles schon mal gehört zu haben. Am Ende zerfällt er.

 

Es startet nun "Nasty Piece of Work". Schwer schleppt es sich über die Zeit. Gibt es auch hier kurze und gute Einlagen, so will der Funke nicht zünden. 

 

Ähnlich verhält es sich auch mit "Solitaire". Auch hier fehlt die gewohnte Prise Purple-Power. Es wirkt alles bemüht und schwerfällig. 

 

Das Finale folgt dann mit "One Man's Meat". Auch hier wirkt es kraftlos und unentschlossen. Das Album endet mit gerunzelter Stirn. 

 

Alles wirkt lustlos zusammengespielt. Deep Purple waren hier im Studio nicht sie selbst. Man bemerkt ein gewisse Art von Müdigkeit und Kraftlosigkeit. Die wenigen wirklich guten Stücke täuschen nicht über diesen Gesamteindruck hinweg. 

 

Am ehesten lässt sich dieser Umstand noch mit dem 1986 entstandenen Album  The House Of Blue Light vergleichen. Gelang es mir später jedoch einen guten Zugang zu diesem Album zu verschaffen, so kann ich hier nicht genauso fühlen. Das Gesamtwerk enttäuscht leider, bedenkt man welches Potential die Band auch zu diesem Zeitpunkt noch hatte. 

 

Die anschließende Tour zum Album bekräftigt diesen Eindruck. Live waren sie immer noch eine Welt für sich. Aber auf der Bühne verhärteten sich die Fronten endgültig. Ian beleidigte Ritchie’s Adaption von Beethoven‘s "Ode an die Freude" und Ritchie schlug mit Unmut zurück. Gruselig das Ganze und am Ende kam es zum Bruch mit der Band im November des Jahres 1993. Joe Satriani musste übereilt aushelfen.

 

Alles eine echte Tragödie und der Niedergang einer Band, welche diese so einfach nicht verdient hat. Traurig und auch wieder voll und ganz Purple. Hier wurde doch immer gekämpft – man kann sagen das war Bandkultur. Die Schlacht lief an, wurde gekämpft und endete mit einem Knall. Ein Kreis schließt sich.

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