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THE HOUSE OF BLUE LIGHT - Deep Purple

Liebe auf dem zweiten Blick

Seit 1984 gab es nun kein neues Material der Band. Zahlreiche Live-Auftritte der famosen Perfect Strangers Tour machten Appetit auf mehr. Zur Jahreswende 1985/1986 wurde damit begonnen neue Songs einzuspielen. Im Januar 1987 erschien das neue Album der Band. Neben einem elektronische Schlagzeug und einem Gitarrensynthesizer gibt es vor allem gutes Purple-Material zu hören.

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Das Album besetzte in vielen europäischen Staaten vordere Plätze. Eigentlich ein gutes Zeichen. Bei mir jedoch führte die LP (erstanden hatte ich sie in Leningrad mit kyrillischer Beschriftung) ein Dämmerdasein. Nicht dass man hier keine gute Band hörte. Was meine Ohren erreichte war aber eher nicht so der Brenner. Keiner der zehn Songs riss mich richtig mit.

Alles beginnt mit "Bad Attitude". Eine schicke Eröffnung des Albums. Jon trägt im Grunde den Song. Ritchie hält sich zurück. Vielleicht ein wenig zu farblos. Nichts bleibt am Ende im Gehörgang haften. 

 

"The Unwritten Law" pulsiert dank der elektronischen Drums ordentlich. Ein wirklich tolles Stück. Auch ist hier Ritchie gut beteiligt. Er spielt ein hübsches Solo. Das Ende vom Song ist mit dem Auslauf der Drums toll. 

 

Auch "Call Of The Wild" ist im Grunde kein schlechter Song. Die Melodie gefällt und geht ins Ohr des Hörers. Ian singt ganz gut und die Band spielt wirklich schick. 

 

Mit "Mad Dog" jedoch hören wir einen der Höhepunkte des Albums. Hier fliegt die Kuh. Ein richtig schöner Rocker. Das Teil macht echt Spass. Man wünscht sich deutlich mehr Zeit für den Titel. Leider ist in der LP-Variante schon nach gut viereinhalb Minuten Feierabend. 

 

Ähnlich gelungen scheint "Black And White" zu sein. Auch dieser Song reißt sofort mit und ist dynamisch bis zu seinen viel zu zeitigen Ende. Schade auch hier wurden die Regler viel zu früh nach unten gezogen. 

 

Die zweite Seite beginnt mit "Hard Lovin' Woman". Wieder ein echter Purple-Song. dynamisch drängt das Teil nach vorn. Als Belohnung fürs Wenden der Scheibe durchaus angebracht. Es macht Appetit auf mehr. Leider ist auch dieses Stück im Grunde zu kurz. 

 

"The Spanish Archer" wird eröffnet von Ritchie. Es treibt und drängt nach vorn. Wieder ein Höhepunkt des Albums. Man höre hier nur mal genau hin. So etwas erwartete der Fan. Einfach tolle Musik. Schade auch hier wird einfach abgedreht am Mischpult.

 

"Strangeways" hingegen zieht sich hingegen etwas. Es ist jedoch kein schlechter Song.  Auf den Hörer kommt ein cooler Rocker zu. Hier stimmt auch die Länge des Titels mit den Erwartungen überein. 

 

Mit "Mitzi Dupree" kommt wieder ein echter Höhepunkt auf den Hörer zu. Erinnerungen an das gute alte "Lazy" werden wach. Auch "Place In Line" fällt mir als Reminiszenz ein. Noch heute begeistert mich dieser Blues-Song. 

 

Das Album endet mit "Dead Or Alive". Hier arbeitet sich wieder ein echter Rocker in die Gehörgänge. Nicht schlecht und wirklich ein cooler Song. Wieder schlägt wieder die fehlende Länge und die zu kurz geratene Ausgestaltung des Duells zwischen dem Tastenmann und dem Gitarrenhexer negativ auf. Der Song geht einfach unter.   

 

Leider ist irgendwas schief beim Einspielen der Songs gegangen. Läuft die Nadel in der Auffangrille bleibt nicht mehr viel Erinnerung an das Album zurück. Das wundert weil die Beiträge doch ganz gut ausfallen. 

 

Die Produktion fand ich ein wenig fade und der Sound der LP riss mich so nicht von den Stühlen. Auch waren mir die Titel immer ein wenig zu kurz. Es purpelte zwar gewaltig - es gab Gitarre und Orgel - aber trotzdem fehlte mir etwas. Eventuell lag es auch am Abklingen der ersten Begeisterung zur Wiedervereinigung. Oder aber war ich sauer weil der gute Ian danach seinen Hut nehmen musste? Ich weiß es nicht.

 

Nach einigen Jahren kaufte ich mir dann die CD von 1987. Hierauf waren acht der Titel um einiges länger (zwei dagegen geringfügig kürzer) und der Sound war einfach knackiger. Ich hörte eine andere Musik. Nun hörten sich die Songs einfach besser an. Schon der Start des Albums kommt dynamischer und druckvoller rüber. 

 

Vor allem gab es nun ein wirklich tolles "Strangeways" mit über sieben Minuten Laufzeit. So etwas erwartete ich von der lautesten und besten Band. "The Spanish Archer" ist fast eine halbe Sekunde länger und wirkt somit lebendiger als die LP-Variante. Es lebt mehr vom betörend guten Spiel vom Man in Black. Auch "Dead Or Alive" ist mächtiger und besser ausgestaltet. 

Im Grunde ist dieses Album erst in dieser CD-Variante ein wirkliches Deep Purple-Album. Leider wurden die späteren remasterten Variationen (auch als MP3) von den LP-Tracks genommen. Schade finde ich das schon, denn mir gefallen die Aufnahmen der CD von 1987 eigentlich viel besser.

 

Am Ende verbinde ich mit dem Album den vorläufigen Abschied des Herrn Gillan und das sich abzeichnende Ende der großen Wiedervereinigungsromantik 1984.   Die Story und die Band bestanden danach weiterhin, die Musik und die Musiker änderten sich. So wie es im Jahre 1984 war wurde es nie wieder.

Bildschirmfoto 2026-02-19 um 11.48_edite
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