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RAPTURE OF THE DEEP - Deep Purple

Nicht wirklich gut und schlecht vermarktet

Im November 2005 erschien das neue Album der Band. Vom März bis Juni des Jahres wurden die zehn neuen Titel in Los Angeles unter der Aufsicht von Michael Bradford erstellt. Für ganz schnelle gab es die Limited Edition. Hier gab es einen elften Titel (“MTV“) und Bilder.

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Angekommen beim neuen Label Edel Records produzierten die Mitglieder erneut ähnliches wie beim Album davor. Ich vermute hier trifft die Schuld wohl wieder den Herrn Bradford.

Auch übertreibt es das Label eindeutig mit der Fanpflege. Der Musikliebhaber wird im Verlaufe der nun folgenden Monate und Jahre mit einer unübersichtlichen Vielfalt von Sonder-Editionen überflutet. Es folgen Tour-Editionen, Spezial-Edition, Super-Edition, eine Full-Edition ...... und und und. Meist wird das Album aufgepäppelt mit anderen Aufnahmen, welche sowieso schon jeder Kenner irgendwo im Regal hat. Geld lässt sich damit ganz sicher verdienen.

 

Doch zurück zum Album, ich schweife ab. Wie beim Album davor fragt man sich warum sich die Hardrocker erneut so weichgespült anhören. Sicher hört man noch eine dominante Orgel, einen gut gestimmten Ian Gillan und auch die Gitarre ist im Tonbild da wo sie hingehört. Alles Purple; aber irgendwie zahmer.

 

Mit "Money Talks" startet das Album grandios. Eine dröhnende Orgel gibt ein gut 55 Sekunden langes Power-Intro. Dann beginnt der Titel. Und zu diesem Zeitpunkt fragt man sich warum es nicht genauso knallhart weitergeht. Die restlichen viereinhalb Minuten wird midtempo gerockt. Auch das durchaus gelungene Gitarren-Solo rettet das Unterfangen nicht. 

 

Der nächste Titel hört sich schön an. "Girls Like That" ist professionelle Arbeit. Eine hübsche Melodie umspielt das Ohr. Das Bein wippt mit. Eine durchaus gelungene Nummer mit Antrieb. 

 

"Wrong Man" kommt knochentrocken daher. Ein echter Rocker ohne Schnörkel. Schade das alles aber am Ende wirkt es wenig beeindruckend. Woran das liegt weiß ich nicht. Der Titel endet nach fast fünf Minuten und es ist gut so. 

 

Mit dem Titelsong hören wir das zweitlängste Stück des Albums. "Rapture Of The Deep" besitzt zweifelsohne eine Purple-DNA. Der Grundrhythmus ist abwechslungsreich und würdig. So muss sich die Band anhören. Hart in den Solos und spektakulär im Gesang. Hübsch gemacht das Ganze. 

 

In die nächste Runde gehen wir mit "Clearly Quite Absurd". Eine schicke Ballade. Massenhaft in ähnlichen Varianten im Radio jeden Tag zu hören. Einzig die tolle Orgel rettet es vor der Verdammnis.

 

"Don't Let Go" lebt und bewegt sich. Klasse Stoff; fast tanztauglich. Die Nummer zündet und geht nach vorn. Hiervon wünscht man sich mehr als auf dem Album vorhanden ist. Auch das Ende einfach ausklingen zu lassen ist cool.

 

Mit "Back To Back" gibt es Rocker-Kost. Knallig prallt das Riff aufs Innenohr. Nicht schlecht und wirklich toll umgesetzt. Auch hier wünschte man sich mehr Zeit zum Genießen. Zu früh verschwindet das Teil. Ein echter Höhepunkt. 

 

"Kiss Tomorrow Goodbye" ist ein weiterer Rocker. Der Song macht Spaß, ist druckvoll gespielt und Ian singt einfach richtig gut. Es purpelt an jeder Ecke und in  jeder Minute. Einfach spitze und mit Sicherheit eine tolle Leistung auf dem Album.

 

Wer sich wie ich eine Limited Edition (bei mir die Metall Box) besorgt hat hört nun ein Juwel. "MTV" ist ein  Song wie ein Messer mit einem Text der mir förmlich aus dem Körper schreit. Absolut klasse und leider nicht auf dem Standart-Werk enthalten. Wie schade. Aber ist ja nicht so schlimm. Schließlich darf der geneigte Fan auf eine Super-Douper-Edition warten und für viel Geld diesen Song und andere schon vorhandene Titel doppelt und dreifach einkaufen.

 

Bei "Junkyard Blues" hört man wieder wie gut die Band sich auch in diesem Stil auskennt. Ein wirklich hübscher Song an dem es nicht viel auszusetzen gibt. Die Solos sind ganz gut, langweilig wird einem nicht.

 

Als Rausschmeißer dient das längste Stück des Albums. "Before Time Began" zieht sich. Hier glänzen auch die Akteure im Hintergrund. Die Drums stellen sich gut dar auch die Bassline ist stark. Zusammen mit den guten Solos keine schlechte Bandware. 

 

Live bewies inzwischen auch Don Airey, dass er an der Orgel der richte Mann ist. Zu seinem großen Leidwesen jedoch wirkte er nicht annähernd so dominant als der gute Jon. Für Don war es sicher auch nicht einfach sich in die Band einzufügen und die alten Songs einprägsamer zu gestalten. Das glaube ich sofort. Im neuen Album hört man seinen Einfluss deutlicher wie noch im Album davor. Er breitet den Sound-Teppich souverän aus und die Musik gleitet darauf dahin. 

 

Über die Qualitäten vom Herrn Morse muss ich nicht lange schreiben. Sein Können ist hier in jedem Song (mal mehr, mal weniger) gut hörbar festgehalten. Sein Gitarrenspiel steht jenem der großen Vorgänger in nichts nach. Zahlreiche Preise der Musikwelt bestätigen das. Aber Preise gibt es bekanntlich wie den Sand am Strand. Was sagt das noch.

 

Der Rest der Band glänzt wie immer mit gutem Backround. Alles wirkt kompakt. Musikalisch bewegt sich das Album in verschiedene Bereichen. Hier scheint vor allem der orientalisch dahin gleitende Titelsong angemerkt. Die Melodie klingt wie eine Mischung aus Orient und Oxident verbunden mit einer guten Priese amerikanischen Rocks. Nicht dass diese Mischung nicht gefällt. Der Herr Morse ist auch hier ein wichtiges Mitglied der Band und verbindet beides prima miteinander.

 

Leider ist Albums schnell durchgehört. Es gibt das Übliche. Balladen (leider nicht zündend), ein wenig Blues und auch ein wenig elektronischer Tastenzauber. In mitten des Mainstreams versucht sich eine Band in ein medientaugliches Format zu fügen. Hier wurde versucht auf den Zug der Zeit aufzuspringen. Kein wirklich gutes Album und das letzte mit dem Herrn Bradford als Produzenten. Eine wirkliche Empfehlung gibt es nur für eine XYZ-Edition mit dem Titel “MTV“.

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