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MILANO 2022 - Deep Purple

Simon als festes Mitglied der Band

Seit dem 22. Mai stand die Band mit dem neuen Gitarristen auf der Bühne. Simon McBride ist längst kein unbeschriebenes Blatt. Gillan und Airey kannten den Musiker von früheren Projekten. Anfangs nur als Platzhalter für Herrn Morse unterwegs war er seit September vollwertiges Mitglied dieser Band.

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Am 17.10.2022 trat die Band in Italien auf. In Milano füllten sie das Mediolanum Forum. Dieser Abend wurde in Bild und Ton mit einem Handy aufgezeichnet.

Der Abend startet mit dem schon ewig bekannten Intro. "Mars, The Bringer Of War" kommt breit und fett und offenbart Vorfreude. Dann drückt sich die Orgel durch. "Highway Star" kommt druckvoll aus den Lautsprechern. Die Bühne brennt. Gillan hat ein paar Probleme. 

 

Wie schon am 22. Mai in Israel schließt sich "Pictures Of Home" an. Krachend überrollt es den Hörer. Simons Gitarre passt gut zum schon betagten Titel. Er liegt irgendwo zwischen Blackmore und Morse. Deutlich spitzer im Klang und eine Spur härter als Sein Vorgänger. 

 

An dieser Position folgte sonst "Strange Kind Of Woman". Das ist nun anders. Stattdessen hören wir eine Nummer vom aktuellen Album. "No Need To Shout" stammt von Whossch! Mit dem vorherigen Gitarrenhexer wirkte es nicht halb so hart wie jetzt. Die Band präsentiert den Song in einer guten Album-Version. 

 

Genauso verhält es sich mit der nächsten aktuellen Nummer. "Nothing At All" hat diese wunderschön klassisch anmutende Hauptmelodie. Lyrisch wird sie zum Mittelpunkt des ganzen Stückes. Durch den neuen Gitarristen wirkt es ein klein wenig anders. Don hingegen spielt sich hier gewaltig in die Herzen der Fans. Er klingt hervorragend. Zusammen mit doch eher härteren Gitarre eine tolle Live-Mucke. 

 

Jon Lord ist unvergessen. "Uncommon Man" wird wie so oft dem grandiosen Tastenmann gewidmet. Simon lässt seine Gitarre anders im Auftakt ertönen. Sein langgezogenes Solo ist einfach schick und leitete das langsame Stück toll ein. Kein Zweifel entsteht, dass dieser Mann hier auf der Bühne richtig ist. Seine Möglichkeiten sind einfach erstaunlich. 

Allein oder mit Band wird er zum festen Bestandteil. Auch Don lässt sich nicht lumpen und gibt eine kurze Einlage. Sie verlieren sich nicht und bringen alles zu einem tollen Ende. 

 

Don führt in den nächsten Song. Donnernd liefert er Akkorde und eine Bass-Spur gleich mit. Dieses Riff kennt dann jeder im Saal. Erst beim Super-Kracher "Lazy" bemerkt man die Unterschiede zu voran bekannten Besetzungen. Simon spielt hier eher britisch und nicht im breiten Amerika-Styl. Er gleicht sich der Ausuferung eines Herrn Blackmore eher an als sein Vorgänger. Diese Härte ist cool. Don drischt dann seine Orgel gewaltig. Intensiv und unverwechselbar. 

 

"When A Blind Man Cries" ist immer wieder toll. Gillan liebt das Teil und hat es tausendmal gesungen. Steve spielte hier eine Spur schöner. Sein Stil passte einfach sehr gut. Simon‘s Härte klingt hingegen kompromissloser. 

 

Mitte November war Ian Gillan mit der Band von Don Airey live in Polen und Russland unterwegs. Dort spielte Simon auch schon live mit ihm. "Anya" war auch hier eine totale Überraschung. Ritchie’s Lieblingsnummer wird erneut auf der Bühne ausgebreitet. Einst ein Vorzeiger des Mannes in Schwarz. Hier durchzog ihn einst immer ein Lächeln, hatte er immer Bock. Mein Loblieb auf den neuen Saitenbediener gewinnt hier erneut Kraft. Simon integriert sich sehr gut. Er übertreibt nicht und lässt diesen tollen Song zusammen mit Ian toll aufblitzen. Die großen langen Solos im Mittelteil sind eh Geschichte. 

 

Dann startet das Solo von Don Airey. Wie immer enttäuscht er nicht und verzaubert die Anwesenden für gut sechs Minuten. Sein Mix ist etwas besonderes. Er unterscheidet sich stark von jenen des Herrn Lord. Nicht so klassisch verfeinert, sondern mehr mit Effekten ausgekleidet. Hat man sich erst daran gewöhnt gefällt das unterhaltsame Intermezzo. 

 

Natürlich leitet der Tastenmann auch "Perfect Strangers" ein. Es baut sich behäbig auf und donnert dann durch die Halle. Schwer und dramatisch zieht sich der Titelsong vom einstigen Sensations-Album über die Zeit. 1984 war das. Ist das lange her…Staubig und fade hört sich das Teil auch diesen Abend nicht an. Ein Klassiker der Formation. 

 

"Space Truckin'" in nicht mal sechs Minuten zu packen ist nicht angenehm. Zu viele Erinnerungen an längst nicht mehr mögliche ellenlange Improvisationen sind tief im Kopf verankert. Im Kurzformat nur annähernd gut. 

 

Mit "Smoke On The Water" klingt der reguläre Auftritt ab. Für immer und ewig bleibt das Teil in der Erinnerung hängen. Deep Purple und die Darstellung des Kasino-Brandes von Montreux gehören zusammen und werden es immer sein. 

 

Natürlich wollen die Fans mehr! Sie fordern energisch nach einer Zugabe. Das schmeichelt den Musiker. Würde das Auditorium einfach nach diesem Teil gehen wäre das für jede gute Band eine Beleidigung.

 

Mit Hush geht es in diesen Extra-Teil. Hier wird richtig gepusht. Schon seit einiger Zeit reitet man auf diesem Song entlang und jamt ein wenig. Einfach stark das alles und man wünscht sich das dreifache der Zeit. 

 

Schließlich beginnt Roger Glover gehörig geil am Bass zu ziehen. Zusammen mit dem zweiten Ian gestaltet man dem Publikum eine starke Episode. Dieser Abend ist cool gelaufen. 

 

Mit "Black Night" donnert man den Fans die noch verbliebenen Trommelfelle weg. Sie bekommen die Chance sich zu verabschieden. Ein letztes Mal darf man die Akkorde mitgrölen, dann kommen die Akteure nicht wieder auf die Bühne zurück. Der Weg nach Hause steht an und die Band hat Feierabend. 

 

Das Konzert ist ein Zeichen wie gut sich der neue Gitarrist in die Band einfügen konnte. Mittlerweile gehört er voll zur Band. Sein Spiel ist deutlich europäischer und passt somit besser zur einst britischen Rockband.

 

Heute reden immer so viele Menschen von der Welt als Lebensraum. Der Weltbürger ist ein Mensch mit Weitsicht und begreift diese als Lebensmittelpunkt. Naja wer das verinnerlichen will soll’s machen. Eine Band aus Großbritannien sollte auch wie eine von dort klingen. 

 

Hier bedeutet das für mich vor allem sie müssen hart und trocken rüber kommen. Schnörkel und Schnickschnack stehen anderen Bands viel besser. In dem zurückliegenden fünf Monaten sind sie genau das wieder geworden. Das schmeichelt dem Ohr und erfreut das Herz. 

 

Die Aufzeichnung wurde über das Label Shades veröffentlicht. Man kann die Aufnahme jedoch auch im Internet sehen und hören. Das Bild und der Ton stammen aus den vordersten Reihe. Mit etwas Wissen und einer Priese Zeit lässt sich ein ordentliches Bootleg daraus erschaffen. Das lohnt sich auf jedem Fall.

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