top of page

LIVE ENCOUNTERS .... - Deep Purple

Live-Mucke rein und unverfälscht

Seit 17. Februar lag das neue Album mit Steve Morse in den Läden. Fünf Tage danach ging die Band auf Tour um Purpendicular zu promoten. Immer wieder wechselte die Band von England nach Schottland bis sie aufs europäische Festland übersetzte.

image.png

Deep Purple besuchten ausführlich Deutschland, die Schweiz und alle anderen der Länder. Einige Konzerte spielte die Band wie auf dem Studioalbum mit Bläsern. Zu anderen verzichtete man auf diese zusätzlichen Instrumente. Am 02. Juni schlug man in Polen (Poznan) auf. Einen Tag später wurde die Band im Spodek in Katowice ohne die Bläser mitgeschnitten.

Die Band war frisch und alle Mitglieder ließen sich in bester Spiellaune in BILD und Ton aufzeichnen. In Polen war die Band zuvor nicht häufig. So stieß der Auftritt der Band auf reges Interesse. Der neue Gitarrist war nun gut eingespielt. Das Programm wurde dem neuen Stoff angepasst. 

 

Mit "Fireball" eröffnete die Formation den Abend. Als Opener geht der Titel voll ab. Schon seit jener Einführungstour für Steve 1995 steht das Teil am Anfang der Show. Ian verpasst das eine oder andere Mal seinen Einsatz. Roger darf ein kurzes Solo einstreuen. Der Song lebt und wirkt sicher frisch. 

 

Weiter geht es gewohnt mit "Maybe I'm A Leo". Geordnet und zielsicher driftet die Band durch den Song. Steve schlägt sich im Solo wirklich gut. Er spielt es sicher anders als der Herr Blackmore. Doch mit seinem Anschlag schafft er eine neue Ebene. Druckvoll presst er seine Anteile am Song durch die Boxen. 

 

Gleich als dritten Titel greift man auf ein aktuelles Werk zurück. "Vavoom: Ted The Mechanic" ist ein wirklich starkes Stück. Ian wirkt ein wenig gestresst. Stimmlich ist er nicht gut unterwegs an diesem Abend. Die Band überspielt das jedoch wirklich gut. Steve gibt sich große Mühe den Sänger zu unterstützen. Er spielt richtig stark. 

 

Mit "Pictures Of Home" hören wir wieder einen Klassiker. Die Band wirft das Teil trocken und locker in die Halle. Spielerisch spielt sich der neue Gitarrist in die Herzen der Fans. Bis Ian den dritten Teil des Textes beendet hat. Jon leitet die Melodie weiter zusammen mit Roger. Ein Erlebnis in Bezug auf Power und Druck.

 

Einst wurde der nächste Song als unliebsame Single veröffentlicht. Über die Jahre reifte "Black Night" zum Welthit. Diese Version wirkt im ersten Ansatz etwas schwächer als bei anderen früheren Aufführungen. Doch im Mittelteil wächst es heran. Kontrolliert geben sich Steve und Jon gegenseitig Feuer. Dann improvisieren Steve und der zweite Ian bis das Finale erreicht ist. 

 

"Cascades: I'm Not Your Lover" ist wieder aktuell. Es bringt wieder Ruhe ins Geschehen auf der Bühne und pass richtig gut zum restlichen Stoff. Wieder schaffen der Tastenmann und der Griffbrettbediener eine hübsche Episode nach der ersten Strophe. Bald erhebt sich der Herr Morse um sein Solo anzuspielen. Behutsam leitet er aus dem Song hinaus. Er erzeugt eine schicke Klangkulisse. Auf diese wirft er dann einen Grundrhythmus. Darüber verteilt er klug sein Spiel. Sacht vom Herrn Paice begleitet weitet er alles zum Orkan. Einfach toll das Alles und nicht eine Sekunde langweilig. 

 

Auch beim nächsten Stück präsentiert man das aktuelle Album. "Sometimes I Feel Like Screaming" kommt filigran durch die Membranen. Es startet mit Roger und Steve an den klassischen Gitarren. Schlicht und einfach bekommt man einen Eindruck davon, wie einsam und fremd man sich fühlt auf Tour. In der Fremde allein mit sich. Die Familie fehlt. Der Titel blieb noch lange Zeit auf der Bühne. 

 

Vom Album WHO DO WE THINK WE ARE stammt "Woman From Tokyo". Ritchie war da nur noch nebenbei am Geschehen beteiligt. Schon zu Beginn wirkt der gute Ian angegriffen. Er hat deutliche Probleme beim Singen der hohen Töne. Die Band drückt das Teil plausibel durch die Verstärker. Glanztaten sehen anders aus. 

 

Im Live-Programm folgen nun "The Purpendicular Walz" und "No One Came" sie sind leider nicht Bestandteil dieses Mitschnittes. Der zweite Song dieser Aufzählung hier folgte später als Bonus. Warum die Konserve so beschnitten wurde ist nicht bekannt. Möglich wäre eine Begrenzung der Sendezeit einer TV-Sendung. 

 

Auf dem regulären Mitschnitt geht es mit "Rosa´s Cantina" weiter. Das Teil ist ein irrer Live-Song. Er hört sich spielerisch an. Die Beine wippen. Alles pulsiert. Wer hier nicht mitgeht ist Tod. Jon treibt das Teil gewaltig vorwärts. 

 

Mit "Smoke On The Water" hören wir den nächsten Welthit. In einigen seiner früheren Solos sucht Steve immer wieder die Noten und spielt dann Versatzstücke anderer Bands kurz an. Bei dieser tour blendet er nur kurz in die Suche ein. So beginnt sehr bald das einprägsamen Riff. Steve Morse spielt tüchtig auf. Er brennt ein kleines Feuerwerk ab. Wieder darf das Publikum kurz die Titelzeile grölen. Dann ist bald Schluss.

 

Anschließend greift Jon in Tasten. Wie immer ein Erlebnis. Er unterhält mit einer tollen Mischung aus Klassik und Rock. Seine Überleitungen sind ein Genuss. Die Fans im anderen Teil der Halle würdigen seine Einlagen mit jeder Menge Applaus. Unterhaltung pur. 

 

Schließlich führt er in Gillan‘s Liebling ein. "When A Blind Man Cries" ist mittlerweile ein fester Bestandteil eines jeden Live-Auftrittes. So ist es auch hier. Was mit deutlichem Klatschen beginnt weitet sich aus als Ian seine Stimme erhebt. Wunderschön plätschert das Teil dahin. Behutsam wird es getragen. 

 

Dann bricht "Speed King“ aus den Verstärkern. Brutal hart schafft es einen tollen Kontrast zum Song zuvor. Wieder brettern alle Beteiligten einen irren Rhythmus auf die Bretter der Bühne. Die Anwesenden werden gefangen vom tollen Wechsel der Instrumente. Angefüllt mit einer Prise Improvisation breiten sich spannende achteinhalb Minuten vor dem Hörer aus. Auch ein kleines Drum-Solo darf nicht fehlen. Herr Paice trifft entschlossen die Felle. Immer unterstütz vom Rest der Band. Klasse Musik und gewiss nichts für achtlose Zeitgenossen. Ein starker Abgang von der Bühne. Was jetzt noch folgt liegt am Flehen der Fans. 

 

Dieses kann man kaum vernehmen. Schnell erheben sich dann die ersten Töne von "Perfect Strangers". Das Volk weiß, dass die Party weiter geht. Schwer stapft der Titelsong vom Réunions-Album durch die Halle. Auch hier schafft es die Band das Teil sauber über die Zeit zu schieben. 

 

Mit "Hey Cisco" macht man kurz nochmal auf das zu promotenden Album aufmerksam. Auch hier trägt man das Teil über die Bühne. Alles wirkt locker bis auf den Sänger. Gillan wirkt angestrengt und erschreckt sich vielleicht ein wenig als ihm ein Gegenstand (ein Kuscheltier?) an den Kopf trifft. 

 

Schließlich geht die Zugabe mit "Highway Star" in die Endrunde. Die Bass-Spur ist ganz gewiss nicht von schlechten Eltern. Mit viel Druck und Energie kreiert die Band hier ein großes Finale. Krachend geht der Abend im Lichte der eingeschalteten Hallenbeleuchtung unter. 

 

Dieser Mitschnitt erschien erst viele Jahre nach der Aufnahme. 2004 veröffentlichte  das Label Thames den Auftritt als Audio-Mitschnitt. Der polnischen Produktionsfirma Metal Mind Productions verdanken wir die Konserve als Video. Die späte Würdigung des Abends ist bedauerlich. Der Auftritt verdiente sicher mehr Beachtung. Schade ist auch, dass diese Konserve nicht vollständig ist. Neben den beiden schon aufgeführten Titeln sind auch Gillan‘s Monologe zwischen den Songs nicht enthalten.

 

Ist das Konzert somit nicht vollständig, so sind hier jedoch alle Beteiligten in wirklich gutem Klang und Bild erhalten geblieben. Beachtenswert hier sind die immer wieder leichten Fehler fast aller Beteiligten. Allem voran Ian‘s gesangliche Unzulänglichkeit. Zumindest sind das gute Anzeichen dafür, dass die Aufnahme nicht nachgebessert wurde. Live-Musik beinhaltet immer das Aufzeichnen von solchen Pannen. Gehört das Konzert nicht zu den besten, so ist es jedoch eine gute Vorbereitung um dem Auftritt in Paris am 17.07. desselben Jahres zu folgen. 

Bildschirmfoto 2026-02-25 um 11.21_edite
Bildschirmfoto 2026-02-25 um 11.20_edite
Bildschirmfoto 2026-02-25 um 11.20_edite
bottom of page