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Danger: White Men Dancing - The Hoochie Coochie Men & Jon Lord

Ein Album fürs Herz mit tollen Gästen

Bob Daisley gründete 2000 seine Band The Hoochie Coochie Men. Nicht ganz zwei Jahre später tourte er mit seiner Formation in Australien. Ende Januar gewann er Jon Lord. Anfang Februar 2003 spielte die Band dann dreimal mit Jon. Ein Abend wurde festgehalten.

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Gute drei Jahre nach den legendären Abenden mit Jon traf sich die Band in den Disgracelands Studios in Sidney. Bob Daisley (Bass), Tim Gaze (Gesang und Gitarre) und Rob Grosser an den Drums spielten das neue Album ein. Jon Lord war zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend. Er trat ja auch nur als Gast in jenen Auftritten im Heimatland der Band auf. Nach der Fertigstellung der Songs flog Bob im Juli 2006 nach England. In London fragte er dann ob Jon Lord seinen Teil dazu beitragen wollte. Er erklärte sich bereit.

Auch Ian Gillan bekam Wind von der Sache. So ließ er es sich nicht nehmen mit seiner Stimme zwei Titel zu verzieren. Natürlich beteiligte sich auch Jimmy Barnes am Unterfangen. Er war auch bei jenen Gigs 2003 dabei. Wunderschön war seine Interpretation von Gillan’s Liebling "When A Blind Man Cries". Ein weiterer Gast verzierte mit seiner Stimme das Gesamtwerk. Jeff Duff ist in Australien ein bekannter Sänger. Er verdingte sich vor allem mit Jazz. Eine Zeit lang trat er auch erfolgreich kabarettistisch auf.  

 

Gleich zu Beginn steigt Jon voll ein. Seinem Instrument gehören gute 25 Sekunden. Dann startet die Band. "The Blues Just Got Sadder" kommt breit und kräftig aus den Boxen. Tim glänzt gediegen vor der Hammer-Orgel. Ein starker Einstieg ins Werk. 

 

"Gotta Find Me Some Fire" passt einfach klasse hinter den ersten Song. Der Rhythmus gibt dem Werk eine feine Wende. Eine Spur kräftiger und lebendiger spürt man hier eine härtere Note. 

 

Auf einer tollen Bassline reitet "Twisted System". Unerhört dynamisch driftet der Hörer durch das Teil. Jeff Duff singt es wirklich schick. Seine seine sanfte Stimme schafft einen Kontrast zum ruppigen Drumherum. 

 

Der Deep Purple-Sänger darf dem längsten Stück des Albums seine Stimme leihen. Diese behutsame Ballade ist wie geschaffen für Ian Gillan. "Over And Over" würde auch jedem Solo-Album des Ausnahmesängers gut zu Gesicht stehen. Gefühlvoll geht es zu. Behutsam geleitet man hinein in den Song. Bis sich der Refrain gewaltig durchsetzt. Zwischen den druckvollen Passagen eine schicke Gitarre. Schließlich erhebt sich der Melodienbogen und erwächst zu einer starken Klangmauer. Schade, dass diese letztendlich dem Hauptmotiv weichen muss. Vielleicht eine Spur zu lange dauert das Teil. 

 

Bei "Let It Go" fliegt dann doch die Kuh. Tim singt hart und passt so gut zur Musik. Der Rocker sorgt für Abwechslung und schafft einen schönen Gegenpunkt zur untergegangenen Ballade. Leider viel zu kurz geraten. 

 

Im Dezember 1964 veröffentlichten die Rolling Stone "Heart Of Stone" als Single. Hier hören wir eine tüchtig entstaubte Fassung vom Eingeständnis der Unverständlichkeit der Weiblichkeit. Jimmy Barnes singt das Teil mit irre viel Druck. Seine Stimme fegt die Gehörgänge gehörig frei. Ein mächtige und bleischwere Rock-Nummer sucht sich den Weg zum Innenohr. 

 

Danach ist wieder Ian an der Reihe. Natürlich liebt auch er den Blues. "If This Ain't The Blues" belegt das deutlich. Wovon soll der Blues denn handeln? Von Schmerz gebrochenem Herzen und der Schönheit des Unvermeidlichen. Freunde hört gut zu. Hier hören wir mit Sicherheit einen der Höhepunkte des Albums. 

 

Der Titelsong des Albums ist als Nächstes zu hören. Die Beine wippen und man wünscht sich mehr davon. Hier an dieser Stelle hätte ich gern die vielleicht zu viel verwendete Zeit der Acht-Minuten-Ballade. Der fehlende Gesang schlägt nicht negativ zu Buche. "Danger White Men Dancing" ist eine coole Nummer.

 

Willi Dixon spielte und textete für viele großartige Blues-Barben. Muddy Waters, Little Walter, Howli‘n Wolf und viele andere profitierten von seinem Talent. Die hier handelnden Musiker haben das erkannt. Mit seinem 1963 veröffentlichten Song setzen sie diesem Großmeister ein Denkmal. "Dead Presidents" wurde hier in ein tolles kleines Gewandt verpackt. Mögen sie noch lange auf den hohen Banknoten der US-Notenbank prangen. 

 

Nach diesem Titel benannte sich die Band. Muddi Waters führte das auch von Dixon stammende "Hoochie Coochie Man" 1954 zu Weltruhm. Jimmy Barnes schmettert den Text als ob es kein Morgen gibt. Der Oldi ist längst nicht alt und vergessen. In dieser Ausführung lebt das Teil in allen Zeiten weiter. 

 

Jeff Duff präsentiert "Bottle O' Wine". Er beruhigt den Hörer und bricht den hohen Unterhaltungswert der Scheibe ein wenig. Natürlich ist der langsame Blues hörenswert. Gegen die Vorgänger jedoch wirkt das Teil ein wenig farblos. 

 

Im Juli 1971 veröffentlichte Albert King "Everybody Wants To Go To Heaven". Den Song schrieb Don Nix. Verschiedene Interpreten entdeckten es auch für sich. Das Teil erfährt hier auf dem Album eine Auferstehung. Tim Gaze klingt einfach toll. 

Die Band begleitet ihn toll. Zusammen mit seiner Gitarre und einem tollem Orgelbett entfaltet sich eine coole Nummer. Der Text ist einfach und erfährt hier eine schicke Auskleidung. 

 

Mit der Band-Nummer "Tell Your Story Walkin'" geht die CD zu Ende. Eine ganz gut gelungene langsame Rocknummer rundet das Album ab. Nicht wirklich ein starkes Stück. Wie ich vorher schon schrieb hätte man manche Song einfach weiter laufen lassen sollen, als sie zu früh in den Reglern untergehen zu lassen. Stattdessen hätte man auf andere verzichten können. 

 

Das Album ist echt besser als es diese Zeilen erscheinen lassen. Ich bin ein bekennender Lord-Verehrer. Aus diesem Grunde sehe ich es ganz sicher nicht ohne eine gewisse Bewunderung für seine Teilnahme. Neutralität ist nichts für die Menschheit. Wir vertreten alle unsere Standpunkte. 

 

Mir gefällt das was ich dort höre. Ich kann es immer wieder hören und finde es nie wirklich langweilig. Die Musik geht mir ans Herz. Für mich ein untrügliches Zeichen dafür, dass das was die Boxen verlässt einfach gut ist. 

 

Wer beim Erschienen des Werkes schnell war konnte eine erweiterte Ausgabe aufgreifen. Auf der zweiten beigelegten DVD sieht man Werbemitschnitte und ein Video. Diese Reportage blickt auf die Konzerte mit Jon in Australien zurück. Jon erzählt dort wie er diese Zeit empfand. Bob erklärt dann am Ende wie es zum Beitrag von Jon Lord an diesem Werk kam. Wer das braucht kann sich diese Ausgabe immer noch besorgen. Ich brauche dieses Extra nicht wirklich. Mir genügt einfach die tolle Mucke. 

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