Gillan / Blackmore
Aktualisiert: 22. Feb.
Deep Purple ist fest verbunden mit beiden Namen. Sie gelten beide als Triebfedern der Band. Für immer fest mit den Herzen vieler Fans verbunden begründen sie ihren Ruhm auf Spannungen. Diese führten letztendlich zur ständigen Verbesserung der musikalischen Leistungen beider und dann auch dauerhaft zum Split.
Am 14. April 1945 erblickte Richard Hugh Blackmore in Weston-super-Mare das Licht der Welt. Sein Vater kaufte ihm eine Gitarre und er erhielt klassischen Unterricht. Zusammen mit Jon Lord, Ian Paice, Nic Simper und Rod Evans gründetet er die Band. Zwei Jahre später wurden die beiden letztgenannten Beteiligten gefeuert. Roger Glover und Ian Gillan ersetzten diese.
Mit Ian Gillan (geb. am 19. August 1945 in Hounslow) fand Blackmore einen Sänger, welche dem immer härteren Sound der Band auch tragen konnte.
Zuerst fanden beide Gefallen aneinander. Doch mit der Zeit bildeten sich zwischen dem Mikrofonbeauftragten und dem Saitenzieher erst kleinere, dann größere Probleme. Anfangs waren diese nur Bestandteil eines kreativen Schaffensprozesses. Diese Gräben wurden schließlich richtig tief.
Blackmore als begnadeter Instrumentalist war mindest genauso kompliziert wie genial. Die Band schaffte es mit ihm und seinen Maken umzugehen. Gerade Jon Lord gab dem Zauberer auf der anderen Bühnenseite immer wieder Gelegenheiten sich mit der Gitarre auszuleben.
Gillan hingegen gab bei Streitigkeiten nie nach. Er stand der Band auf der Bühne immer souverän vor. Für das Publikum war er die Person, welche der Band hin zum Bühnenrand vorstand. Er kommunizierte mit dem im Auditium stehenden Fußvolk.
Seine teilweise langen Reden zwischen den Songs störten den mit dem Sechsaiter bewaffneten Ritchie. Gillan sprach bei vielen dieser Gelegenheiten oft in der Einzahl; dem klassischen „Ich“. Das gehörte sich nicht, da er ja in einer Band unterwegs war.
Für Blackmore war es immer seine Band. Wenn Ian mehr Einfluss bekommen würde, wäre es ihm erschienen, als ob ihm der Sänger etwas wegnahm. Das wollte er nicht zulassen.
Diese Spannung potenzierte sich mit der Zeit. Schon 1972 hatte der schwarze Mann vom anderen Bühnenrand bisweilen die Nase gestrichen voll. Ich rede nicht vom betäubenden weißen Pulver. Alkohol und Kippen waren Drogen genug.
1973 musste Gillan schließlich den sprichwörtlichen Hut nehmen. Mit ihm auch Roger. Seinen Rauswurf konnte er sich nicht erklären. Ritchie wusste warum.
Nun gut als sich die Reunion abzeichnete hatte Blackmore wieder nur liebe Worte für seinen besten Freund Ian Gillan. Wie in alten Zeiten steckten sie die Köpfe auf der Bühne zusammen und gaben tolle Konzerte. Doch das hielt nicht lange an.
Der alte Zoff war wieder zurück und beide Beteiligten zickten wieder rum. Es lief mal besser und mal schlechter. Sie trugen 1987 und 1988 ihren Streit erneut auch auf der Bühne aus. Das führte zum Rauswurf vom unterlegenen Sangeskundigen. Gillan hat gegen Blackmore verloren und die anderen Beteiligten durften bleiben. Ließen sie Ian im Stich? Sah so bandinterne Freundschaft aus, oder gab es soetwas nicht?
Das Kurzgastpiel von Joe Lynn Turner dauerte bis 1992. das Mangment machte Druck. Ian war wieder als Sänger an Bord. Der Gitarrenbediener war bedient. Er musst nun mit dem Ungewollten leben lernen.
Das gelang ihm manchmal, doch viel öfter ging das mit dem extravaganten Gitarero nicht gut. Schließlich sonderte er sich vom Rest der Band ab. Er verkehrte nur schriftlich mit den anderen Beteiligten. Auch seine Kündigung wurde schriftlich den anderen Mitmusikern unterbreitet.
Die hatten keinen Bock mehr auf die Launen des vermeintlich Unverzichtbaren. Sie sahen sich um und fanden einen Ersatz. Ritchie dachte sicher sein Gebahren könnte zum erneuten Sturz von Gillan führen. Er irrte und musste sich das eingestehen. Auch gute Leistungen bei den letzen gemeinsamen Konzerten in Skandinavien konnten das Ruder nicht mehr rumreißen. Er war raus und das sollte für immer so bleiben.

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