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RISING - Rainbow

Ein Album für die Ewigkeit

Von Ritchie Blackmores Rainbow blieb nur Rainbow als Bandname. Ritchie ließ das Band-Karussell tüchtig kreisen. Verschiedene Musiker flogen weg und andere wurden angezogen. Bis Ende 1978 hielt sich auch Ronny. Der letzte der ehemaligen Band ELF.

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Das zweite Album dieser Formation wurde im Februar 1976 in den Musicland-Studios in München aufgenommen. Es war der totale Bruch zum Album davor. Die Band bestand neben den beiden Hauptprotagonisten aus dem hervorragenden Drummer Cozy Powell, dem richtig guten Tony Carey am Keyboard und den Bass bediente kein geringerer als Jimmy Bain. Was für eine Band. Im November 1975 spielte man sich live während einer kurzen Tour ein. Am neuen Album wurde zu dieser Zeit schon gearbeitet.

Ritchie kannte die ganze Welt, Ronnie kannten die Fans vom Vorgängeralbum. Der Rest der Truppe war im Grunde neu. Heute wissen wir es besser. Viele Fans bezeichnen heute noch dieses Line-Up als das Beste überhaupt. 

 

Bei diesen Zutaten nun; was hätte der geneigte Zuhörer denn erwartet? Nur das Beste natürlich! Ein Album wie in Stein gehauen. Ein Monument des Hard-Rock, Geschichte in Vinyl gegossen! Keine Superlative scheint nicht zuzutreffen. 

 

Legt man das Album auf dem Teller und senkt die Nadel empfängt den Hörer gleich ein kleines Keyboard-Solo. An dessen Ende gleitet der Hörer behutsam in den Song. Vor dem Ohr weitet sich "Tarot Woman" aus. Es greift nach Raum und dehnt sich beharrlich aus. Ritchie glänzt in der Mitte mit einer schönen Passage. Die Drums sind echt stark in Szene gesetzt. 

 

"Run With The Wolf" reit sich nahtlos an das Stück davor an. Schwer schleppt er sich unterstützt von der Orgel und dem fantastischen Drums des Herrn Powell bis zum Ende. Man wünscht sich nicht wirklich einen Untergang der Song-Struktur. Doch es geschieht und nach guten drei Minuten geht das Teil einfach im Mischpult unter. 

 

Doch "Starstruck" steht schon bereit und füllt die Lehre der Lücke. Ritchie spielt fantastisch und die Band drückt den Titel durch die Zeit. Ronnie singt echt stark. Locker und leicht spielt die Band sich hier in die Herzen des Hörers. Ein starker Song und einfach zu kurz.

 

Schließ die Augen und genieße "Do You Close Your Eyes". Melodiöser kann man eine A-Seite nicht beenden. Das Stück als Ballade zu bezeichnen wäre möglich. Es ist aber eher eine Verschnaufpause hin zur zweiten Seite des Albums. Der Hörer braucht schließlich Kraft um sich aufzuraffen. Das Gehörte muss verdaut werden und dann muss man ja noch das Album vom Plattenteller nehmen und drehen.

 

Wendet man das schwarze Ding empfängt den Genießer die mit zwei überlangen Titeln bespielte B-Seite. Hier wurde improvisiert und die Band tobt sich aus. "Stargazer" gibt sich schwerfällig und behäbig. Ronnie reißt den Hörer mit dem ersten Ton mit. Dann steigt der instrumentale Abschnitt. Ritchie ist ein Gott. Können Menschen solche Töne in die Welt setzen? Der Herr Dio zeigt zum Ende hin was er kann. 

 

Mit "A Ligth In The Black" folgt gleich noch ein Brecher! Nun drückt die ganze Band brutal und schnell durch die vibrierenden Membranen ins Wohnzimmer. Erst verwirklicht sich Tony und in einem fast schon klassischen Übergang übergibt er an Ritchie. Dieser Song verbleibt wohl ewig ein Sinnbild  für die Mächtigkeit der Instrumentengewalt. Melodiös und dynamisch marschiert die zweite Seite der LP in die Ohren und verursacht ein kribbeln im Bauch. Einfach klasse und für alle Zeiten in dieser Form unerreicht. 

 

Nach dem Hören der zweiten Scheibe liegt der Konsument vom Hörereigniss geplättet auf dem Rücken. Die Scheibe läuft in der Auffangrille und bei jeder Umkreisung klickt es kurz. Langsam reift es im Kopf; das Klagen von Ronny ist zu Ende, Ritchie hat die sechs Saiten gezogen bis nichts mehr ging. Cozy gibt Ruhe, Jimmy basst nicht mehr und die Keyboards von Tony sind verstummt. 

 

Wo ist die Zeit geblieben? Das waren noch Zeiten! Alben entstanden und behielten ihren musikalischen Wert. Menschen erinnern sich nach vielen Jahrzehnten immer noch daran. Keine lange Weile nach unzähligen Wiederholungen. Rillen in Platten sind nicht nur Tonkonserven sondern echte Kunst!

 

Wie sich die Platte dreht so drehte sich auch die Personalschleuder beim Herrn Blackmore. Bald schon hielt es Jimmy Bain nicht mehr und er wurde im Januar 1977 durch Bob Daisley ersetzt. Schade, denn er war ein richtig guter Song-Schreiber und verstarb leider viel zu früh am 23.01.2016. Nach Rainbow jedoch spielte er mit der Band DIO riesige Erfolge ein. 

 

Die 2011 erschienene Deluxe-Edition (Doppel-CD) ist sicher einer Erwähnung wert. Hier hört man drei Mixe des Albums. Mir persönlich gefällt der Mix aus Los Angeles am besten. In diesem Mix ist das Bass-Spiel vom Herrn Bain am besten wahrnehmbar. 

 

Egal welches Version man nun sein Eigen nennt; jede von ihnen ist sein Geld wert. Es gibt hier an dieser Stelle keine Empfehlung, sondern eine innigliche Bitte (Gebot) dieses Stück Musik zu erwerben. Jeder Hardrock-Fan sollte wenigstens eines der Versionen besitzen. Ich besitze fünf davon.

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